Deutschland Service/Presse Nachrichten aus der Landwirtschaft 2010 Landwirtschaft begrüßt Debatte über EU-Agrarpolitik

Landwirtschaft begrüßt Debatte über EU-Agrarpolitik

Brüssel, 22.02.2010. Angesichts der dramatischen Lage auf dem EU-Getreidemarkt begrüßte der europäische Bauern- und Genossenschaftsverband Copa-Cogeca die Initiative der spanischen Ratspräsidentschaft, unter den Landwirtschaftsministern der EU eine Debatte zur Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) anzustoßen. Es gehe um notwendige Verbesserungen der bestehenden Marktverwaltungsmaßnahmen und darum neue Instrumente zu entwickeln.

EU-Flagge
EU-Flagge

Nach einem Treffen mit der spanischen Landwirtschaftsministerin Elena Espinosa erklärte Cogeca-Präsident Paolo Bruni warnend: „Derzeit besteht ein schwerwiegendes Ungleichgewicht im EU-Getreidesektor. Die Getreidepreise in der EU sind in den letzten zwei Jahren um 45% eingebrochen, während die Produktionskosten zwischen 2004 und 2009 um 63% in die Höhe geschnellt sind“. Diese katastrophale Situation habe in der ländlichen Wirtschaft 2009 im Vergleich zum Vorjahr Wirtschaftseinbußen von insgesamt 16,6 Mrd. Euro verursacht. Werde nichts unternommen, müsse damit gerechnet werden, dass die Getreideproduktion der EU im Jahr 2010/11 zurückgeht, und da die Lagerbestände an Getreide bereits niedrig seien, könne dies zu einer neuen Preisexplosion für Getreide und Futtermittel im Jahr 2011 führen, mit fatalen Auswirkungen auf die Viehhalter der EU. Daher müsse die EU-Kommission alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die extreme Lage auf dem Getreidemarkt zu entschärfen.

COPA-COGECA-Generalsekretär Pekka Pesonen betonte die Notwendigkeit von verbesserten Marktverwaltungsmaßnahmen im Rahmen der GAP in der Zeit nach 2013. Neue Instrumente müssten diskutiert werden. „Wir brauchen Maßnahmen, die nicht die Marktsignale stören, aber die die Landwirte in die Lage versetzen, Krisen zu überstehen und die ihnen die notwendige Stabilität geben, um Investitionen tätigen und ihre Betriebe entwickeln zu können. Wir sind insbesondere der Überzeugung, dass Sicherheitsnetze, Managementinstrumente zum Umgang mit Marktrisiken und Instrumente zur Exportförderung weiter geprüft werden sollten“, so Pesonen. Zusätzlich hierzu seien stärkere Maßnahmen dringend notwendig um sicherzustellen, dass die Stellung von Genossenschaften und Erzeugern in der Lebensmittelkette gestärkt werde.

 

Misere auf dem Getreidemarkt

Berlin, 18.08.2009. Angesichts des Preisverfalls auf dem Getreidemarkt hat sich der Fachausschuss Getreide des Deutschen Bauernverbandes (DBV) in einer Sondersitzung mit den Möglichkeiten der Problemlösungen für die Betriebe befasst. Während die Getreidepreise auf Grund der internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise Tiefstände erreicht hätten, waren die Preise für die Produktionsmittel zur Erstellung dieser Ernte geradezu explodiert. Viele Betriebe litten derzeit unter erheblichen finanziellen Schwierigkeiten und Liquiditätsengpässen. Trotz guter Erträge im Ackerbau könnten die Produktionskosten bei Getreide nur vereinzelt gedeckt werden. „Viele Betriebe stehen finanziell mit dem Rücken an der Wand“, so die deutliche Aussage des Ausschussvorsitzenden Dr. Klaus Kliem. Für betroffene Betriebe gebe es Liquiditätshilfen der Landwirtschaftlichen Rentenbank und der Ländersonderprogramme.
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