Deutschland Service/Presse Pressemitteilungen Archiv 1999 14.6.1999 Probleme im Öko-Landbau mit "natürlichem Insektizid"

14.6.1999 Probleme im Öko-Landbau mit "natürlichem Insektizid"

(Einbeck, 14.6.99,jak) Als Insektizid im ökologischen Landbau verwendete Bakterien können der Gesundheit schaden, wenn sie eingeatmet werden. Die getrockneten Sporen des natürlich vorkommenden Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis (Bt) werden seit langem im Ökolandbau als "natürliches Insektizid" verwendet, um Pflanzenschädlinge auf den Anbauflächen zu vernichten.

Französische Forscher teilten jetzt in einer gerade veröffentlichten Studie ("New Scientist" ) mit, daß Mäuse nach dem Einatmen dieser Bakteriensporen gestorben sind oder Schädigungen der Lunge davontrugen.

Laut der französischen Forscher sind die schädlichen Einflüsse jedoch nicht auf den Bt-Wirkstoff selbst zurückzuführen, sondern auf andere Giftstoffe im Bakterium. Dies kam zu Tage, nachdem den Mäusen ebenfalls Bakterien zum Einatmen gegeben wurden, die den Bt-Wirkstoff nicht mehr enthielten. Trotzdem wurden dieselben Krankheitssymptome beobachtet.

Wenn sich diese Daten auch in weiteren Untersuchungen bestätigen sollten, stellt "der gentechnisch veränderte Mais, der in den letzten Monaten so häufig ins Gerede gekommen ist, auch unter diesem Gesichtspunkt eine echte Verbesserung dar", so Reinhard Nehls, Geschäftsführer der PLANTA, der Forschungs-Tochter der KWS Kleinwanzlebener Saatzucht AG. "Denn die gentechnisch veränderte Pflanze enthält von dem Bakterium nur den Wirkstoff, nicht aber andere Gene, die zu den Schädigungen führen, die die französischen Forscher in den Laborexperimenten gefunden haben." Insektenresistenter Mais mit diesem Wirkstoff wird von der KWS in den USA bereits angeboten. In Europa besteht derzeit noch keine Genehmigung.

Ein Sprecher der britischen Ökolandbauer reagierte bereits und teilte mit, daß bei Anwendung von Bt-Sprays mit Umsicht zu handeln sei und Schutzmasken getragen werden sollten.

Quelle: New Scientist 29.05.99