Dr. Josef F. Seitzer 70 Jahre
Dr. Josef Franz Seitzer, langjähriger Leiter des Instituts für Pflanzenzüchtung der KWS SAAT AG in Einbeck, wird am heutigen 1. Februar siebzig Jahre alt.
Der gebürtige Ravensburger besuchte nach landwirtschaftlicher Lehre und Ausbildung zum Saatzuchtassistenten am Institut für Pflanzenbau und –züchtung in Hohenheim die Ingenieurschule für Landwirtschaft in Nürtingen/Neckar. Hieran schloss er ein Landwirtschaftsstudium an der Christian-Albrechts Universität in Kiel an. Nach 5jähriger Tätigkeit als Saatzuchtleiter bei der Saatzucht Dr. Hege-Hohebuch ging J.F. Seitzer im Auftrag der deutschen Entwicklungshilfe als Wheat Agronomist an die Plant Breeding Station Njoro nach Kenia.
Sein weiterer beruflicher Werdegang führte J.F. Seitzer nach Abschluss seiner Promotion zum ersten Mal im Jahr 1974 zur KWS, als er auf der Weizenzuchtstation der KWS Tochter Lochow-Petkus GmbH in Wetze tätig wurde. 1975 engagierte ihn die kanadische Regierung für das staatliche Sojabohnenzüchtungsprogramm in Ottawa, ehe er sich 1978 entschloss, die Nachfolge von Dr. Wilhelm Oltmann als Leiter des Instituts für Pflanzenzüchtung der KWS in Einbeck anzutreten. In dieser Position prägte er die Produktentwicklung in der KWS über zwei Jahrzehnte.
Unter J.F. Seitzers wissenschaftlicher Leitung entstanden bei KWS u.a. bei Zuckerrüben, Mais, Sonnenblumen und Raps, zahlreiche Sorten, die große Marktbedeutung erlangten. Sein besonderes Engagement galt der Nutzung biotechnologischer Verfahren zur Verbesserung der Züchtungsprozesse und -produkte. Dies spiegelt sich nicht zuletzt wider in dem von der Bundesregierung geförderten deutschen Genomforschungsprojekt an Pflanzen (GABI), welches er maßgeblich mitinitiierte und gestaltete.
Nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst (1998) nimmt J.F. Seitzer auch heute noch Aufgaben in nationalen und internationalen Bereichen rund um die Pflanzenzüchtung wahr. Genannt seien der Wissenschaftliche Beirat der Gemeinschaft zur Förderung der privaten deutschen Pflanzenzüchtung (GFP), das International Scientific Advisory Board am Zentrum für Molekularbiologische Pflanzenzüchtung der Universität Tübingen sowie vor allem sein Einsatz in weltweiten Agrarforschungsaktivitäten der Bundesregierung, internationaler Organisationen sowie privater Initiativen.
Wir wünschen Josef F. Seitzer, dass er mit seiner frischen, persönlich immer bescheidenen und sympathischen Art noch viele Impulse in die ihm wichtigen Gebiete vermitteln kann.