Züchtung von Energiepflanzen
Anders als bei der Züchtung für die Körnernutzung kommt es bei der Züchtung zur Optimierung der Gasmenge pro Hektar auf eine Steigerung der Gesamttrockenmasseerträge an. Die höchsten Energieerträge pro Flächeneinheit werden bei der Vergärung der Biomasse von ganzen Pflanzen zu Biogas erzielt.
Bei Mais wird in einem speziellen Züchtungsprogramm das Massenwachstum durch eine Erhöhung der Kältetoleranz und eine Verschiebung der Reifezeit gesteigert. Weiterhin sollen die Standfestigkeit, Trockenstressleistung, sowie physiologische Faktoren der Biomasseakkumulation verbessert werden.
Auch die Zuckerrübe hat ein großes Potential zur Gewinnung von Biogas. Durch abgewandelte Anbau- und Ernteverfahren kann der Ertrag im Vergleich zur Zuckererzeugung zudem noch deutlich gesteigert werden. Die Zuckerrübe erzielt unter den Energiepflanzen die höchsten Trockenmasseerträge und vergärt von allen Kulturpflanzenarten am schnellsten zu Biogas mit hohen Methangaskonzentrationen.
Sorghumhirse hat eine sehr gute Trockenheitstoleranz, eine kurze Vegetationszeit und eine sehr hohe Wassernutzungseffizienz von nur 200 Litern pro Kilogramm erzeugter Pflanzentrockenmasse. Sie braucht für einen guten Ertrag nur 600 Millimeter Niederschlag pro Jahr und wäre für den trockenen Osten Deutschlands eine Anbaualternative. Allerdings ist es für die meisten Sorghumsorten in Deutschland zu kalt. Die Evaluierung verschiedener Sorghum-Herkünfte hat 2005 begonnen.
Sonnenblumen haben wegen ihres Ölgehalts hervorragende Vergärungseigenschaften. Im Mai 2007 wurde die aus einem konventionellen Züchtungsprogramm stammende Sorte METHASOL, die speziell zur Nutzung im Biogassektor geeignet ist, in die europäische Sortenliste eingetragen.