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Viele Themen rund um den Öko-Maisanbau

Wie gelingt der Maisanbau erfolgreich? Welche Strategien gibt es zur effektiven Unkrautregulierung? Diese und viele weitere Fragen zum Maisanbau im ökologischen Landbau wurden am 10.09.2013 diskutiert. Bettina Jorek, KWS Produktmanagerin Öko-Saatgut, und Andreas Jessen, Naturland Fachberater, begrüßten über 50 Öko-Landwirte, Interessierte, Fach- und Offizialberater aus ganz Nord- und Mitteldeutschland auf dem Klostergut Wiebrechtshausen zum gemeinsamen Feldtag

Der Betriebsleiter Axel Altenweger, stellte am jungen Maisbestand  seine übliche Variante der Unkrautregulierung mit dem Abflammgerät vor. Im frühen Entwicklungsstadium des Maises (zwei- bis drei-Blatt) wurden die auflaufenden Unkräuter mit einem Abflammgerät thermisch behandelt. „Der Mais regeneriert in diesem Stadium sehr gut und außerdem wird keine erneute Keimstimmung für neue Unkräuter erzeugt“, zählt Altenweger die Vorteile auf. Wenn der Mais noch einmal gestriegelt werden soll, empfiehlt der Betriebsleiter ihn etwas tiefer als ortsüblich abzulegen, damit die Pflanzen nicht losgerissen werden.

Neben dem klassischen Striegel wurde auch eine weniger bekannte Rollhacke aus den USA vorgestellt. Ein Landwirt aus der Nähe von Bremen zeigte eine klappbare Rotary Hoe (6,2 m). Der Milchviehhalter berichtete vom erfolgreichen Einsatz und zählte die Vorteile der Maschine auf: „Kaum Schaden an der Kultur, schnelles Fahrtempo mit hoher Flächenleistung und die Maschineneinstellung ist sehr unkompliziert.“ In der Praxis wird die Maschine mit 15-20 km/h gefahren, wobei immer mehrere Überfahrten notwendig sind, um die komplette Fläche zu hacken. Um bei hohem Fahrtempo die Arbeitsqualität der Hackgeräte weiter zu verbessern und den Fahrer zu entlasten, stellte Christian Kirchhoff (Firma Kress K.U.L.T.) einen kameragesteuerten Anbaurahmen vor. „Auf dem Rahmen im Frontanbau ist eine Kamera montiert, diese überträgt mittels einer Software die Informationen an die hydraulischen Steuergeräte und das Anbaugerät wird seitlich verschoben“, erklärt Kirchhoff die Funktionsweise. Die Gerätesoftware erkennt grüne Strukturen und zusammen mit der Information über die Reihenkonfiguration der Kultur ergibt sich ein Gitternetz, nach dem der Rahmen verschoben wird.


Zwischenfruchtanbau

Ebenfalls am Feldtag beteiligt war die Firma Camena-Samen. Mehrere Zwischenfruchtmischungen waren als Demonstrationsstreifen angelegt worden und die Besucher konnten die Vor- und Nachteile der Mischungen direkt am Feld beurteilen. Besonders empfohlen, als Zwischenfrucht vor dem Maisanbau, wurde die Mischung „Lauenauer Aktivhumus“. Sie ist sehr artenreich, der Anteil der Leguminosen liegt bei 97 %. Die Mischung friert über Winter ab und zusätzlich löst die Phacelia Phosphor aus dem Boden.


Sorten für den Öko-Landbau

Im Anschluss an die Maschinenvorführung stellte Bettina Jorek, KWS Produktmanagerin Öko-Saatgut, die neusten Maissorten mit besonderer Eignung für den Öko- Landbau vor. RONALDINIO zeigt sich als anbaustärkste Öko-Sorte Deutschlands robust und stresstolerant, ohne Einschränkung bei der Standorteignung. Für späte Aussaattermine empfiehlt Jorek FABREGAS. „Diese Sorte ist besonders schnell in ihrer Jugendentwicklung und erreicht früh die Silomaisreife, bei sehr hohen Stärkeerträgen“, so Jorek. Als vergleichbare neue Sorte in der frühen Reifegruppe (S 220/ K220) wird COLISEE vorgestellt. Die Sorte aus dem Zulassungsjahr 2012 erreicht sehr hohe Stärke- und hohe bis sehr hohe Kornerträge. Bettina Jorek beschreibt: „Eine echte Doppelnutzungssorte für den Öko-Landbau.“ Speziell für die Körnermaisnutzung wird die Sorte PADRINO vorgestellt.


Forschungsarbeit in Wiebrechtshausen

In Kooperation mit der Universität Göttingen werden in Wiebrechtshausen verschiedene Forschungsarbeiten zu Themen des ökologischen Pflanzenbaus behandelt. Dr. Rüdiger Jung stellte an den Maisparzellen seine Forschungsarbeit zur Unkrautregulierung durch Untersaaten vor. Ebenfalls mit der Unkrautproblematik beschäftigt sich Mareile Stever. Die Doktorandin selektiert unterschiedliche Mais-Genotypen für die Entwicklung unkrauttoleranter Maissorten. In den Demoparzellen war der Unterschied zwischen den Genotypen mit und ohne Selektion auf Unkrauttoleranz bereits gut zu erkennen. Als Teilprojekt aus der Förderung der „Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe“ (FNR) stellte Christopher Hoppe die Entwicklung von Maissorten für den Gemengeanbau mit Stangenbohnen vor. Neben der Anbautechnik, die u. a. an der Universität Kassel-Witzenhausen untersucht wird, befasst sich Hoppe mit der Selektion verschiedener Mais-Genotypen im Gemenge mit Stangenbohnen.
Welche Vorteile eine Mais-Bohnenmischsilage für die Milchviehfütterung haben kann, stellte Jenny Fischer vom Thünen-Institut für ökologischen Landbau (Trenthorst) nach dem gemeinsamen Mittagessen vor. Das Interesse der Praktiker an diesem Anbauverfahren war groß, es wurden viele Herausforderungen zum Mischanbau von Mais und Bohnen angeregt diskutiert.

 

Hier finden Sie den ausführlichen Artikel.

 

 Maisfeldtag


 
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