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Anbautipps

Sorghum ist eine wärmeliebende Kulturpflanze und benötigt für einen zügigen Auflauf eine Bodentemperatur (in 10 cm Tiefe) von mindestens 12°C. Die Aussaat beginnt somit in den meisten Anbaugebieten Mitte Mai. Spätfröste können die Jugendentwicklung erheblich stören und die Bestandesdichte verringern.

Sorghum kann sowohl als Hauptfrucht – vergleichbar mit Mais – als auch nach der Grünschnittroggen- bzw. GPS-Ernte bis Mitte Juni als Zweitfrucht ausgesät werden. Für die Nutzungen als Haupt- bzw. Zweitfrucht stehen verschiedene Hybriden zur Verfügung:

Bicolor-Hybriden
Die Pflanzen sind rahmig und erzielen das Ertragsoptimum über die Einzelpflanzen. Die Zielbestandesdichte liegt bei 20 Pfl./m². Eine höhere Bestandesdichte wird nicht empfohlen, weil es die Lagergefahr verstärkt.

Sudanense-Hybriden
Positiv auf eine erhöhte Bestandesdichte reagieren Sudanense-Hybriden. Die Zielbestandesdichte liegt bei 30-35 Pfl./m².

 

Aussaattechnik:
Gute Ergebnisse konnten mit Einzelkornsätechnik erzielt werden. Im Vergleich zur herkömmlichen Drillmaschine ist die Standraumverteilung bei der Einzelkornsätechnik deutlich besser. Erste Versuchsergebnisse zeigen, dass ein Reihenabstand von ca. 40 cm optimal für die Kultur Sorghum ist. Somit ist die Aussaat sowohl mit ZR-Sätechnik, als auch mit Maissägeräten (Engsaat) möglich. Lediglich die Säscheiben müssen zum Tausendkorngewicht des Sorghums passend gewählt werden.

 

Düngung:
Sorghum bildet ein feines und dichtes Wurzelwerk aus, welches zu einer sehr guten Nährstoffaufnahme beiträgt. Weiterhin verwertet Sorghum organische Dünger (Gülle, Gärrest, …) sehr gut. Die absolute Höhe der Düngung richtet sich nach dem zu erwartenden Ertrag. Für ein mittleres Ertragsniveau benötigt Sorghum folgende Düngermenge:
 

  • Stickstoff:   120 – 140 kg/ha
  • Phosphat:    60 – 80 kg/ha
  • Kalium:        120 – 150 kg/ha
  • Magnesium:  15 – 30 kg/ha

Eine Unterfußdüngung (UFD) zeigt bei Sorghum ähnliche Effekte wie bei der Kultur Mais. In Versuchen der LWK Niedersachsen (2008) wurde ein Mehrertrag von 13% erzielt. Außerdem beeinflusst die UFD die Jugendentwicklung von Sorghum positiv. Der Bestand schließt die Reihen deutlich schneller und ist konkurrenzfähiger gegen Unkraut. Weiterhin erreichten die mit einer UFD versehenen Parzellen schneller die Erntereife.

 

Pflanzenschutz:
Für die Unkrautbekämpfung stehen bei Sorghum nur wenige Produkte zur Verfügung. Derzeit verfügen die Pflanzenschutzmittel Gardo Gold, Primagram Gold, Spectrum, Stomp Aqua, Stomp Raps, Arrat, Mais Banvel und versch. bromoxynil-haltige Produkte (z.B. B 235, Certrol B, …) über eine Zulassung. Der Einsatz aller Pflanzenschutzmittel kann ab dem 3-Blatt-Stadium von Sorghum durchgeführt werden.

Weitere Angaben zur Hebizid-Indikation in Sorghum-Hirse finden Sie hier .

Ernte:

Sorghum erreicht die Erntereife mit einem TS-Gehalt von ca. 28 %. Die Ernte und Silierung gleicht in den wesentlichen Punkten der Maisernte. Eine Integration von Sorghum in die bestehende Erntekette für Silomais ist somit möglich.

 

Wasserbedarf

Transpirationskoeffizient
(l Wasser / kg TM)

Kulturart

200 - 300

  • Sorghum

300 - 400

  • Mais
  • Beta-Rübe

400 - 500

  • Gerste
  • Roggen
  • Durumweizen

500 - 600

  • Kartoffel
  • Sonnenblume
  • Weichweizen

600 - 700

  • Raps
  • Erbse
  • Ackerbohne
  • Hafer

 

 


 
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