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Ernte

Selbstfahrender Köpfrodebunker
Selbstfahrender Köpfrodebunker

Das Ziel des Zuckerrübenanbaus besteht darin, den gewachsenen Rübenertrag mit geringsten Verlusten in die Zuckerfabrik bzw. Biogasanlage zu bekommen und damit die höchste Wirtschaftlichkeit zu sichern.

Erntezeitpunkt

Vor Beginn der Zuckerrübenernte sollte eine Rodefolge festgelegt werden. Hilfestellung bietet das LIZ-Beratungsangebot „LIZ-Rodefolge“.

Grundsätzlich gilt: die „schwächeren“ Schläge zuerst roden, da der Ertragszuwachs bei „guten und gesunden“ Beständen deutlich höher ist.

Des Weiteren sollten die trockenen Tage zur Ernte genutzt werden. Unter zu feuchten Bedingungen werden Strukturschäden im Boden verursacht, der Erdanhang nimmt zu und Verletzungen am Rübenkörper durch höhere Reinigungsintensität häufen sich. Außerdem ist bei der Rodeterminplanung darauf zu achten, welche Frucht folgen soll.

Der technische Fortschritt in den letzten Jahrzehnten ist enorm, wenn man bedenkt dass 1994 erst knapp 40 % der Zuckerrüben mit sechsreihigen, selbstfahrenden Köpfrodebunkern (KRB) geerntet wurden und es 2002 bereits weit über 70 % waren. Auch wird die Ernte immer öfter durch Lohnunternehmen und Maschinenringe ausgeführt.

Bodenschonung spielt bei der Ernte eine große Rolle. Dazu bieten sich Breitreifen und/oder Reifendruckregelanlagen an, denn durch diese Technik kann der Boden geschont, der Fahrkomfort gesteigert und der Kraftstoffverbrauch gesenkt werden. Auch Rübenroder mit Gurtbandlaufwerken sind immer häufiger im Einsatz.
 

Rodetechnik

Um ein qualitativ hochwertiges und verlustarmes Roden zu erreichen, sollten Sie bei der Ernte dabei sein. Gemeinsam mit dem Rodefahrer können sie schnell den Rübenroder auf jeden Schlag und die dort vorherrschenden Bedingungen einstellen. Prüfen sie Köpfmesser, Rodeschare, Tiefeneinstellung, Fahrgeschwindigkeit und Reinigungsintensität. Die größten Verluste treten durch zu tief geköpfte Rüben auf.

LIZ-online bietet ein Bewertungsschema (PDF) zur Rodequalität mit Verbesserungsvorschlägen an. 

Für Zuckerrüben zur Biogasverwendung bietet sich auch die Entblätterungsmethode als ein neues Verfahren zur Ertragssteigerung an. Dabei werden die Rüben nicht geköpft sondern nur entblättert und der Kopf mitgeerntet. Dadurch können Mehrerträge von 5–10 % (Beer und Michiels-Corsten 2009) erreicht werden.

Ertragszuwachs durch Entblätterung

Ertragszuwachs durch Entblätterung, nach K. Bürcky

Technische Lösungen zur Entblattung wurden in den vergangenen Jahren von verschiedenen Roderherstellern entwickelt. Aber auch mit herkömmlichen Rübenrodern kann durch Entfernen der Köpfmesser eine teilweise Entblätterung erreicht werden. Bei dieser Methode sollten die Rüben jedoch zeitnah in der Biogasanlage eingesetzt werden, da sonst ein Wiederaustreiben der Blätter erfolgen kann.

Des Weiteren ist die Fahrgeschwindigkeit bei der Ernte anzupassen, um weitere Verluste wie z. B. Wurzelbruch zu verhindern.

 


 
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