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Makronährstoffe

Stickstoff

Stickstoff hat den größten Einfluss auf Ertrag und Qualität und ist der wichtigste Nährstoff, da er ein wesentlicher Bestandteil des Eiweißes ist. Für das Massenwachstum und die Entwicklung der Rübe sind N-haltige Verbindungen wie lösliche Proteine, Aminosäuren, Amide, Ammoniumsalze, Betain und Nitrat essentiell. In Form von Nitrat wird Stickstoff von der Pflanze aus dem Boden aufgenommen und in den organischen N-Stoffwechsel überführt für den Aufbau von Aminosäuren. Aus den Aminosäuren entstehen Pflanzenenzyme und Proteine, die für den Rübenertrag entscheidend sind.

Der Stickstoffbedarf lässt sich mit Hilfe der Nmin- oder der EUF-Methode bestimmen. Bei der EUF-Methode wird die Bodenprobe im Spätsommer des Vorjahres, nach der Ernte der Vorfrucht, gezogen. Die Bodenprobe zur Nmin-Bestimmung wird erst kurz vor der Saat in den Monaten Februar/März gezogen. Da der Stickstoff den größten Einfluss auf den Ertrag hat, sollte der Bedarf relativ nah zum Saattermin ermittelt werden.

Bedarfsermittlung nach Nmin-Methode:

N-Sollwert (160 kg N/ha) – ermittelter Nmin-Gehalt
= kg N/ha sind zu düngen

Der N-Sollwert beinhaltet die durchschnittliche N-Nachlieferung während der Vergetationsperiode.

Der Stickstoff kann sowohl vor der Saat als auch nach der Saat ausgebracht werden. 100 kg N/ha pro Gabe sollten möglichst nicht überschritten werden, da es bei einer hohen Stickstoffmenge zu Versalzungen im Keimhorizont kommen kann.

Bei einer guten Stickstoff Nachlieferung, aufgrund langjähriger organischer Düngung, kann die mineralische Düngung reduziert werden, denn die Rübe ist eine sehr stickstoffeffiziente Pflanze.


Kalium, Phosphor, Magnesium und Calcium

Der Grundnährstoffbedarf von Rüben richtet sich vor allem nach dem erwarteten Ertragsniveau. Die Düngung orientiert sich grundsätzlich am Entzug über das Erntegut. Daneben sollten Bodenart und Gehaltsklassen mit berücksichtigt werden. Allgemein wird hier von der Versorgungsstufe C ausgegangen.

Orientierte Nährstoffbedarfswerte kg/ha für Rüben nach LUFA Rostock, Richtwerte zur Düngung 2004; Gehaltsklasse C
Ertragserwartung Gesamtnährstoffbedarfswerte (kg/ha)
dt/ha P2O5 K2O MgO
600 110–120 450–470 90–100
700 130–140 520–550 100–120
800 150–160 600–650 120–130

Rüben weisen innerhalb einer Fruchtfolge den höchsten Anspruch an die Grundnährstoffversorgung auf. Es ist daher eine Düngung direkt vor dem Anbau anzuraten.

Der beste Zeitpunkt für die Grunddüngung ist grundsätzlich im Herbst des Vorjahres. Häufig wird eine Grunddüngung mit Kalium, Phosphor und Magnesium auch in dem Zuckerrübenanbaujahr durchgeführt.

Kalium

  • Besonders das Kalium ist für die Rübe ein lebensnotwendiger Nährstoff: Es aktiviert wichtige Enzyme und fördert u.a. die Wasseraufnahme und den Wassertransport, erhöht die Assimilationsleistung und verbessert den Assimilattransport.
  • Eine durchschnittliche Rübenernte entzieht dem Boden zwischen 250 und 300 kg K/ha. Dabei befinden sich ca. 80 % des aufgenommenen Kaliums im Blattapparat und nur rund 20 % im Rübenkörper.
  • Überschüssige Gehalte an Kalium in den Rüben führen zu Qualitätseinbußen, so dass die Zuckergewinnung negativ beeinträchtigt wird. Um einen niedrigen Kaliumgehalt in den Fabrikrüben zu erreichen, sollte eine angemessene Kaliumdüngung am besten nach den Ergebnissen einer Bodenuntersuchung durchgeführt werden.
  • Die Kaliumaufnahme ist i.d.R. bis Mitte September abgeschlossen. Während der restlichen Vegetationszeit wird das aufgenommene Kalium nur noch innerhalb der Pflanze umverteilt. Da in dieser Zeit noch deutliches Massenwachstum stattfindet, sinkt bei späterer Ernte der Kaliumgehalt.
  • Auf Böden mit guter Nährstoffversorgung wird Kalium in einer Fruchtfolgedüngung zur Zuckerrübe verabreicht. Auf leichten Böden sollte die Grunddüngung mit Kalidüngern im Frühjahr durchgeführt werden, um Auswaschungen zu vermeiden. Bei der Kalidüngung im Frühjahr besteht die Gefahr, dass der Salzgehalt im Keimhorizont der Rübe so ansteigt, dass es zu Keimverzögerungen oder gar Totalausfällen kommt.

Phosphor

  • In der Zuckerrübe ist Phosphor hauptsächlich im Bau- und Energiestoffwechsel von Bedeutung.
  • Im Jugendstadium ist eine ausreichend hohe Phosphorversorgung für eine schnelle Entwicklung des Wurzelwachstums wichtig.
  • Die Verfügbarkeit wird durch eine ausreichende Kalk- und Humusversorgung gefördert.
  • Der Düngungszeitpunkt ist nicht entscheidend.
  • Die relativ feste Bindung an den Bodenkomplex verhindert die Gefahr der Auswaschung.

Magnesium

  • Magnesium ist als zentraler Bestandteil des Chlorophylls wichtig für die Photosynthese und an der Steuerung verschiedener Enzymreaktionen beteiligt.
  • In einer Zuckerrüben-Getreide-Fruchtfolge wird der Entzug durch die gebräuchliche Düngung meist nicht ausgeglichen.
  • Eine Zufuhr ist über Mehrnährstoffdünger, wie z. B. Carbokalk möglich.
  • Kurzfristigem und witterungsbedingtem Mangel nach der Saat kann mit einer Spritzung mit Bittersalz begegnet werden.

Calcium

  • Bezüglich des Kalkzustandes des Bodens ist die Rübe anspruchsvoll.
  • In der Zuckerrübe ist Calcium für die Regulierung des Wurzelwachstums und verschiedener Enzymreaktionen von Bedeutung.
  • Eine gute Kalkversorgung fördert die Nährstoffverfügbarkeit aller Nährstoffe.
  • Calcium fördert die Krümelstruktur und ist wichtig für den Erhalt der Bodenstruktur.
  • Carbokalk aus der Zuckerfabrik ermöglicht eine preiswerte Düngung.
  • Innerhalb der Fruchtfolge sollte eine Kalkdüngung zu Zuckerrüben durchgeführt werden.
 

 
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