KWS
   
 

Biologie

Entwicklungszyklus von Heterodera schachtii
Entwicklungszyklus von Heterodera schachtii

Eier, Larven, Zysten – der Lebenszyklus der Nematoden.

Das Überdauerungsorgan der Nematoden sind Zysten (1), die bis 10 Jahre im Boden überlebensfähig sind und mehrere hundert Eier und Larven enthalten.

Wurzelausscheidungen von Wirtspflanzen aktivieren die in der Zyste enthaltenen Larven, sodass sie die Zysten verlassen (2).

Mit Hilfe eines Mundstachels dringt der Nematode in die Wurzelzellen ein (3).

Durch Reize der Larven wird die Bildung eines Nährzellensystems (Syncytium) angeregt (4). Das Nährzellensystem ist die Grundlage für die weitere Nematoden-Entwicklung. Die Larven durchlaufen zwei weitere Larvenstadien bis sie sich zu einem ausgewachsenen Männchen oder Weibchen entwickeln. Die Weibchen schwellen an, brechen mit dem Hinterleibsende aus der Wurzel heraus, bleiben aber mit dem Kopf im Nährzellensystem verankert (5).

Ab diesem Entwicklungsstadium sind die weißen Zysten mit bloßem Auge an der Wurzel erkennbar. Die Begattung erfolgt durch die freilebenden Männchen außerhalb der Wurzel. Anschließend reifen in jedem Weibchen im Mittel 250 bis 300 Eier heran.

Das Weibchen stirbt ab. Die weiße, derbwandige Zyste färbt sich dunkelbraun und in ihr bleiben die Eier und Larven über 10 Jahre lebensfähig (6).

 

Entwicklungsdauer und Vermehrung

Die Entwicklungsdauer einer Generation von Heterodera schachtii ist stark witterungs- und temperaturabhängig. Für den Abschluss einer Generation von Heterodera schachtii wird eine Wärmesumme von insgesamt 465 °C benötigt. Diese Summe wird ermittelt, indem täglich die Tagesdurchschnittswerte der Bodentemperatur über der Basistemperatur von 8 °C aufaddiert werden. Unter geeigneten Bedingungen können sich 2 bis 3 Generationen pro Jahr entwickeln.

Epidemiologisch ist neben der Entwicklungsdauer die Vermehrungsrate sehr wichtig. Diese wird beeinflusst durch die herrschenden Umweltbedingungen, durch die Wirtspflanze und durch die Dichte der Ausgangspopulation.

Die Vermehrungsrate des Rübenzystennematoden wird in Form eines Quotienten, dem sogenannten Pf/Pi-Wert angegeben. Er wird durch einfache Division gemäß der nachstehenden Formel errechnet:

Formel Vermehrungsrate

Pf/Pi > 1: mehr Nematoden im Boden als vorher, d. h. die Pflanze hat die Nematoden-Population vermehrt.

Pf/Pi < 1: weniger Nematoden im Boden als vorher, d. h. die resistente Pflanze hat die Nematoden-Population reduziert.

 

 
KWS