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Phytosanitäre Wirkung

Der Zwischenfruchtanbau kann einen wesentlichen Beitrag zur Gesunderhaltung der Fruchtfolge leisten, sofern die Zwischenfrucht nicht selbst Wirtspflanze für Krankheitserreger und Schädlinge der Hauptkultur ist. Wichtig ist deshalb die Auswahl der geeigneten Arten.

So ist z. B. die Bekämpfung des Rübennematoden Heterodera schachtii durch resistente Zwischenfrüchte sowohl aus ökonomischer als auch aus ökologischer Sicht interessant. In Befallslagen sollten aus diesem Grund resistente Sorten fester Bestandteil der Zuckerrübenfruchtfolge sein. KWS hat speziell für die Nematodenbekämpfung Gelbsenf- und Ölrettichsorten gezüchtet.

Wichtig für einen hohen Bekämpfungserfolg ist die zeitige Aussaat nach einer frühräumenden Hauptkultur wie z. B. Wintergerste. Einerseits benötigen die Larven zum Schlüpfen hohe Bodentemperaturen und ausreichende Bodenfeuchtigkeit. Auf der anderen Seite ist eine intensive Entseuchung von der Ausbildung eines ausgeprägten Wurzelsystems abhängig. Für die frühe Aussaat sollten Sorten mit langer vegetativen Entwicklung gewählt werden. Denn bei vorzeitig einsetzender Blüte, wird das Wurzelwachstum eingestellt und damit keine weitere Entseuchungswirkung erzielt.

Der KWS Agroservice empfiehlt deshalb die Aussaat von Gelbsenf mit einer Aussaatstärke von 18–25 kg/ha von Mitte Juli bis Mitte September. Für Ölrettich wird eine Aussaatstärke von 20–25 kg/ha ab Mitte Juli bis Anfang September empfohlen. Eine N-Düngung von 40 kg/ha, die auch in Form von Gülle gegeben werden kann, fördert die Entwicklung der Zwischenfrucht.
Bauen Landwirte in einer dreijährigen Fruchtfolge jeweils eine resistente Zwischenfrucht an, so bleibt bei geringem Ausgangsbefall die Nematodendichte unter der Schadschwelle. Bei höherer Ausgangspopulation ist dieses Ziel nach einigen Jahren ebenfalls durch den kontinuierlichen Anbau von nematodenreduzierenden Zwischenfrüchten zu erreichen.

Eine phytosanitäre Wirkung läßt sich auch mit Pflanzen erzielen, die aufgrund ihrer Herkunft für einheimische Schaderreger keinen Wirt darstellen.
So hat sich beispielsweise Phacelia aufgrund ihrer Nematodenneutralität als ideale Gründüngungspflanze in den Rübenanbaugebieten erwiesen, in denen bislang keine Verseuchung vorliegt.
Ein anderes Beispiel: Im Kartoffelanbau zeigte sich nach Anbau von Ölrettich eine geringere viröse Eisenfleckigkeit.


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