Künast legt Erntebericht vor
Regionale Schwankungen
Nach einer Rekordernte in 2001 (49,7 Mio. Tonnen) dürften die deutschen Getreidebauern jetzt wesentlich weniger gedroschen haben. Auf knapp 43,5 Mio. Tonnen schätzt das BMVEL die diesjährige Ernte. Verglichen mit dem Vorjahr sind das 12,6 Prozent weniger. Damit wird sogar das langjährige Mittel um etwa vier Prozent unterschritten. Ein vergleichbar niedriges Ergebnis gab es zuletzt 1996.Hierbei handelt es sich nur um vorsichtige Schätzwerte. Endgültige Daten gibt es erst in einigen Wochen. Experten rechnen dann mit noch niedrigeren Werten.Trotz regional sehr unterschiedlicher Ergebnisse sind gerade in den wichtigen Anbaugebieten Nord- und Ostdeutschland besonders starke Rückgänge zu verzeichnen. Wetterbedingt kommt es in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachen und Sachsen-Anhalt teilweise zu Totalausfällen.
Europas Ernte wächst
Der durchschnittliche Hektarertrag der wichtigsten Getreideernten sank auf 62,5 dt (2001: 70,6 dt/ha). Der Anbau wird zunehmend durch Weizen dominiert, der inzwischen einen Flächenanteil von 43,4 Prozent erreicht. Triticale legte ebenfalls leicht zu, während die Körnermais -Fläche sich leicht um 1,4 Prozent verkleinerte. Stark abgenommen haben die Anteile von Roggen (-17,3 Prozent) und Wintergerste (-7,2 Prozent). Bei Roggen dürfte die wahrscheinlich wegfallende Intervention schon jetzt wirken und die Gerste konnte wegen des feuchten Herbstes 2000 nur unter erschwerten Bedingungen gedrillt werden. Der Sommergerste-Anbau sank um 4,4 Prozent, beim Hafer veränderte sich nichts. Die schlechte Ernte in Deutschland ist eine Ausnahme innerhalb der EU: Laut einer ersten Prognose fahren Europas Landwirte 2001 rund 210 Mio. Tonnen Getreide ein. Das sind etwa sieben Prozent mehr als im vergangenen Jahr.