Positive Zwischenbilanz der Osterweiterung
Darauf hat der Deutsche Bauernverband (DBV) unter Bezug auf Beobachtungen der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) hingewiesen. Nach dem Beitritt von zehn mittel- und osteuropäischen Ländern zum 1. Mai 2004 habe sich zwar der Zustrom von Waren aus den neuen Mitgliedstaaten vergrößert, so der DBV. Gleichzeitig habe die deutsche Land- und Ernährungswirtschaft jedoch bessere Möglichkeiten erhalten, dort ihre Marktpräsenz auszubauen.
Der Bauernverband sieht sich in seiner Einschätzung bestätigt, dass die Erweiterung Vorteile für die Landwirtschaft in den Beitrittsländern und den "alten" Mitgliedstaaten mit sich bringt. Auch am Milchmarkt sei die Erweiterung glatt verlaufen. Die befürchtete Milchschwemme sei ausgeblieben; nach bisher vorliegenden Daten sei die Milchmenge eher mäßig gewachsen. Insgesamt sei in Zukunft mit einem höheren Bedarf an Milchprodukten in den Beitrittsländern zu rechnen. Die Erzeugerpreise für Rind- und Schweinefleisch haben sich zwischen den alten und neuen Mitgliedstaaten weiter angeglichen, so der DBV. Aufgrund der Angebots- und Preisentwicklung in den osteuropäischen Ländern nahm der Export nach dem Beitritt ab. In der Geflügelwirtschaft sei die Osterweiterung kaum spürbar gewesen. Bereits im Vorfeld der Erweiterung hätten sich die Union und die Beitrittskandidaten auf einen zollbegünstigten und zollfreien Warenverkehr geeinigt. Auch im Getreidehandel habe es nach DBV-Beobachtungen keine Überraschungen gegeben. Bereits seit 2000 sei die weitgehend zollfreie Getreideein- und ausfuhr in beide Richtungen möglich gewesen. Es sei davon auszugehen, dass der Getreidehandel gerade mit den osteuropäischen Ländern genauso wie die Nachfrage dieser Länder zunehmen werde.