Autoindustrie für 10-Prozent Beimischung
Berlin, 17. Februar 2006. Die deutsche Automobilindustrie will bis zum Jahr 2010 die fahrzeugtechnischen Voraussetzungen für eine Erhöhung der Beimischung von Biodiesel zu herkömmlichem Diesel sowie von Bioäthanol zu Benzin auf 10 % schaffen. Das hat der Präsident vom Verband der Automobilindustrie (VDA), Prof. Bernd Gottschalk, angekündigt: "Die Zeit ist reif dafür. Teureres Öl rückt alternative Energie näher an die Wirtschaftlichkeit. Wir wollen jetzt unsere Abhängigkeit von fossiler Energie reduzieren. Nachhaltige Mobilität braucht eine nachhaltige Energiebasis".
Mit einer Beimischungsquote von 10 % gehe die deutsche Autobranche weit über das EU-Ziel einer Beimischung von regenerativen Kraftstoffen von 5,75 % hinaus, betonte der VDA-Präsident. Man wolle die Weichen dafür stellen, dass die Nutzung von Biokraftstoffen im Straßenverkehr erhöht und der bisher erfolgreiche Prozess der Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs sinnvoll ergänzt werde. "Allerdings wissen wir, dass wir diesen Weg nicht alleine gehen können. Wir können unser Ziel der 10-Prozent-Beimischung noch so stark propagieren, ohne flankierende Unterstützung der beteiligten Partner - von der Agrarwirtschaft über die Mineralölindustrie und den Finanzminister bis hin zum Kunden - werden wir sie nicht erreichen", stellte Prof. Gottschalk fest. Um das Konzept der deutschen Automobilindustrie umzusetzen, will Prof. Gottschalk die Politik mit ins Boot nehmen. Für eine überschaubare Zeit dürfe dieser Prozess nicht dem Markt überlassen werden, da die regenerativen Kraftstoffe noch nicht dem vollen Kostenwettbewerb der fossilen Energie gewachsen seien. „Die Biokraftstoffe brauchen eine temporäre fiskalische Flankierung“, machte der VDA-Präsident deutlich.