"Energie vom Feld" bei den DLG-Feldtagen
Gülzow, 27. April 2006. Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) weist darauf hin, dass bei den diesjährigen DLG-Feldtagen auf dem Baiersröderhof in Hessen neben der Nahrungsmittelproduktion auch die Bioenergieerzeugung im Fokus steht. Im Informationszentrum "Energie vom Feld", organisiert von der FNR und der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG), präsentieren Aussteller Neuheiten rund um das Thema Anbau, Ernte und Konservierung von Energiepflanzen. Die Fachagentur wird die Zwischenergebnisse seit dem Frühjahr 2005 laufenden Anbauversuche zu Energiepflanzenfruchtfolgen.
Koordiniert von der Thüringischen Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) werden in sechs typischen Anbauregionen Deutschlands drei Jahre lang je acht verschiedene Energiepflanzen-Fruchtfolgen angebaut und untersucht. Dabei bekommen auch alte oder eher unbekannte Kulturarten wie Hirse und die nordamerikanische durchwachsene Silphie eine Chance, den zurzeit in der Biogasproduktion dominierenden Mais zu ergänzen, so die Fachagentur. Mit dem Projekt soll die Bioenergieproduktion der Zukunft auf ein möglichst breites Rohstofffundament gestellt und die Chance genutzt werden, die Biodiversität im ländlichen Raum zu erhöhen. Nach Überzeugung der Fachagentur könnten die Ergebnisse mittelfristig nicht nur für die Biogas-, sondern auch für die Biokraftstoffproduktion von Bedeutung sein, denn neue Optionen wie die synthetischen BtL-Kraftstoffe ließen sich prinzipiell aus jeglicher organischer Biomasse herstellen. Zwar müssten die Ergebnisse noch über einen längeren Zeitraum abgesichert werden, aber nach Information der FNR erweisen sich im ersten Anbaujahr an den Standorten in Thüringen und Sachsen Topinambur, durchwachsene Silphie und Sudangras als sehr viel versprechende Energiepflanzen.