Deutschland Service/Presse Nachrichten aus der Landwirtschaft 2006 Heizen mit Weizen

Heizen mit Weizen

Kiel, 4. Mai 2006. Die Landesregierung von Schleswig-Holstein wird sich im Bundesrat für die thermische Verwertung von Getreide einsetzen und die Anerkennung als Regelbrennstoff nach der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung durchsetzen. Das haben die Abgeordneten im Kieler Landtag beschlossen.

 


Sie begründen den Vorstoß mit den steigenden Preisen auf dem Energiemarkt und der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen wie Kohle, Erdgas und Öl. Unter thermischer Verwertung von Getreide wird die Erzeugung von Energie über Verbrennung verstanden. Landwirtschaftsminister Christian von Boetticher (CDU) freute sich über die "seltene" Eintracht" im Plenum, sprach aber auch Probleme bei den Feinstaubemissionsgrenzwerten an: So müssten die Kleinfeuerungsanlagen technisch weiter entwickelt werden.

Experten gehen davon aus, dass die europäische Landwirtschaft mit dem Anbau von Energiegetreide das Äquivalent von rund 26 Mio. t Erdöl bereitstellen kann, ohne dabei die Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung zu gefährden. Wärmegewinnung mit Energiegetreide sei mit einem Kostenfaktor von 2,23 Cent pro Kilowattstunde zudem wesentlich kostengünstiger als die Gewinnung aus Erdöl (6,15 Cent) oder Erdgas (4,8 Cent). Der Landtag Schleswig-Holsteins griff in der Debatte auch ethische Bedenken auf. Es wurde diesbezüglich herausgestellt, dass bei der Verbrennung nur Getreide verwendet werde, welches nicht für die menschliche Ernährung geeignet sei. Außerdem sei es inzwischen breit akzeptiert, dass Rapsöl bereits als Treibstoff verwendet wird, hieß es im Plenum.

 

 

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