Regelung für Saisonarbeitskräfte verbessern
Dies zwinge die Betriebe, ihren Anbau zu reduzieren und weniger Arbeitskräfte vom heimischen Arbeitsmarkt wie zum Beispiel in der Direktvermarktung, Logistik und Ernteaufbereitung zu beschäftigen. Darauf wiesen der Deutsche Bauernverband (DBV), der Gesamtverband der deutschen land- und forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände und der Bundesausschuss Obst und Gemüse hin. Außerdem sei ein Verlust von Arbeitsplätzen im vor- und nachgelagerten Bereich die Folge. Es habe sich gezeigt, dass die Regelung sowohl für die Betriebe als auch die Arbeitskräfte vom heimischen Arbeitsmarkt negativ ist. Nach Auffassung der drei Verbände müsse die Saisonarbeitskräfteregelung schnellstmöglich verbessert werden, um die negativen Auswirkungen für die landwirtschaftlichen Betriebe und den Arbeitsmarkt zu verhindern. Ein zügiges Handeln der Politik sei erforderlich, damit nicht der Sonderkulturanbau Produktionsanteile im europäischen Wettbewerb verliert.
Unterstützt wird diese Forderung durch eine Fragebogenaktion, die die drei Verbände kurzfristig durchgeführt hatten. Der Fragebogen wurde von mehreren hundert landwirtschaftlichen Betrieben beantwortet. Die Auswertung habe ergeben, dass die Agenturen für Arbeit zwar erhebliche Anstrengungen unternehmen, um den landwirtschaftlichen Betrieben eine ausreichende Anzahl von Bewerbern vorzuschlagen, so die Verbändeinformation. Von diesen erscheint jedoch nur etwa die Hälfte zu einem Vorstellungsgespräch. Von den vermittelten Bewerbern erhalte rund ein Viertel einen Arbeitsvertrag, etwa die Hälfte davon beendet die Arbeit bereits wieder innerhalb einer Woche. Dazu erklärten die Verbände: „Dieses Ergebnis ist erschütternd, zeigt aber gleichzeitig die Realitäten auf“. Eine Konsequenz seitens der landwirtschaftlichen Arbeitgeberbetriebe sei daher die Reduzierung der Anbauflächen, teilweise verbunden mit dem Abbau von Dauerarbeitsplätzen, die weitere Mechanisierung der Arbeiten zur Verringerung der Handarbeit.