Landwirte als Energiewirte
Jühnde ist das erste Dorf in Deutschland, das den gesamten Wärme- und Strombedarf seiner Bewohner aus Bioenergien selbst erzeugt. Das wegweisende Projekt wurde vom BMELV mit rund 3 Mio. Euro gefördert, so der Staatssekretär.
In der Biogasanlage mit einem Blockheizkraftwerk werden von den Landwirten des Dorfes speziell angebaute Energiepflanzen vergoren und jährlich 4.000.000 kWh Strom produziert. Dieser wird zu den attraktiven Vergütungssätzen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) in das Stromnetz eingespeist. Bei der Biogasverstromung fällt Abwärme an, die zu knapp zwei Dritteln zur Wärmeversorgung der beteiligten Jühnder Haushalte beiträgt. Zusätzlich sorgt ein mit heimischen Holzhackschnitzeln betriebenes Biomasseheizwerk dafür, dass es in den an das Nahwärmenetz angeschlossenen 140 Haushalten des Dorfes auch in der kühleren Jahreszeit nicht kalt wird. Mit dem Betrieb dieser Bioenergieanlagen werden durch den Verkauf von Strom und Wärme jährlich rd. 800.000 Euro Umsatz erzielt und 3.300 t CO2--Kohlendioxid eingespart.
Mit dem Projekt „Bioenergiedorf Jühnde“ sollen beispielhaft die Möglichkeiten einer dezentralen, krisensicheren, umweltfreundlichen und nachhaltigen Energieversorgung mit nachwachsenden Rohstoffen aufgezeigt werden. Lindemann wies auf die besondere Bedeutung der Biomasse für Wirtschaft, Arbeitsplätze und Innovation hin: „Projekte dieser Art öffnen Landwirten bedeutende Einkommensalternativen und sorgen für neue Wertschöpfungsmöglichkeiten und Arbeitsplätze im ländlichen Raum“. Das Projekt sei ein wichtiger Schritt, um den Einsatz des erneuerbaren Energieträgers Biomasse weiter voranzubringen und aufzuzeigen, dass die Wärme- und Stromerzeugung aus Biomasse von unseren heimischen Äckern und Wäldern Zukunft hat. „Die Saat ist aufgegangen!“, sagte Staatssekretär Lindemann. In der Region wollen mehrere Dörfer künftig nachmachen, was in Jühnde derzeit schon erfolgreich demonstriert wird.
Siehe auch: www.bioenergiedorf.de/