Deutschland Service/Presse Nachrichten aus der Landwirtschaft 2006 Vergleichsstudie Biokraftstoffe

Vergleichsstudie Biokraftstoffe

Gülzow, 19. Juli 2006. Einen guten Überblick über die wichtigsten Kraftstoffe aus Biomasse und ihre Eckdaten können sich Interessierte jetzt mit der Kurzstudie "Biokraftstoffe, eine vergleichende Analyse" verschaffen, die von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNL) herausgegeben wurde.

 


Getreide-Ernte
Getreide-Ernte

Danach erreichen die noch nicht im Markt vertretenen Biokraftstoffe BtL und Ethanol aus Lignocellulose mittelfristig bessere Kostenpositionen als die derzeit schon verfügbaren Kraftstoffe Pflanzenöl, Biodiesel und Ethanol aus Zucker und Stärke. Bei Biodiesel sei mit einem Kostenanstieg aufgrund steigender Pflanzenölpreise und gesättigter Nebenproduktmärkte zu rechnen. Weiter heißt es, die Wettbewerbsfähigkeit von in Deutschland produzierten Biokraftstoffen zu den fossilen Kraftstoffen sei nicht gegeben. Sie werde erst bei einem Rohölpreis von etwa 75 US-Dollar pro Barrel erreicht. Biokraftstoffe bräuchten deshalb weiter Unterstützung bei der Markteinführung.

Die Biokraftstoffe der zweiten Generation wie BtL, Biogas, Bioethanol aus Lignocellulose und Biowasserstoff hätten Förderbedarf bei Forschung und Entwicklung, so die FNR-Studie. Im internationalen Vergleich setze Brasilien den Benchmark: Das Land produziere Ethanol aus Zucker und Stärke zu weniger als der Hälfte der Kosten im Vergleich zu Deutschland. Diese Produktionskosten würden sich hierzulande nicht erreichen lassen. Allerdings könne der deutsche Bedarf nicht ausschließlich aus brasilianischen Exporten gedeckt werden, da die Bioethanol-Nachfrage weltweit steige. Biodiesel aus Rapsöl befinde sich mit Soja- und Palmölprodukten in internationaler Konkurrenz.

Die Flächen- und Rohstoffpotenziale für Biokraftstoffe in Deutschland seien begrenzt, so die Fachagentur weiter. Dies gelte vor allem für Biodiesel und Pflanzenöl aufgrund der beim Rapsanbau einzuhaltenden Fruchtfolgen. BtL und Ethanol aus Lignocellulose böten hier größere Reserven, da die Rohstoffbasis – Energiepflanzen, Holz, Stroh und Bioabfälle – breiter sei und weniger in Konkurrenz zur Nahrungsmittelerzeugung stehe. Bei den Treibhausgaseinsparungen seien die Potenziale von BtL-Kraftstoffen am höchsten, die dadurch entstehenden Vermeidungskosten würden, neben Pflanzenöl, bei BtL mittelfristig am Geringsten ausfallen.

 

 

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