Deutschland Service/Presse Nachrichten aus der Landwirtschaft 2006 Bauernverband fordert Aufnahme von Getreide als Regelbrennstoff

Bauernverband fordert Aufnahme von Getreide als Regelbrennstoff

Berlin, 5. Oktober 2006. Nachdem bei der diesjährigen Ernte wieder Getreide angefallen ist, das aufgrund der feuchten Witterung und des verspäteten Erntezeitpunktes nicht mehr für die Nahrungs- oder Futtermittelerzeugung genutzt werden kann, erneuert der Deutsche Bauernverband (DBV) einen sinnvollen Einsatz dieser minderen Getreidequalitäten für die Erzeugung von Heizenergie in dafür geeigneten Anlagen.

Getreide als Alternative zu Holz und Kohle
Getreide als Alternative zu Holz und Kohle

Die Getreideverbrennung sei auch aus kirchlicher Sicht ethisch vertretbar, wenn dafür spezielles Energiegetreide oder Getreide geringerer Qualität verwendet werde, so der DBV. Denkbar wäre auch der spezielle Anbau von eiweißarmen Energiegetreidesorten, die auf Flächen mit schlechteren Böden angebaut und zur Reduzierung des Eiweißgehaltes mit nur wenig Stickstoff gedüngt werden.

Als Biomasse vom Acker sei Getreide ein erneuerbarer Energieträger, der bei seiner energetischen Verwertung nur so viel CO2 freisetzt, wie die Pflanzen zuvor der Atmosphäre entnommen haben, so der Bauernverband. Mit seinem Energiegehalt ersetzen knapp 2,5 kg Weizen ein Kilogramm Heizöl. Aus diesem Grund fordert der DBV eine Aufnahme von Getreide als Regelbrennstoff in die 1. Bundesemissionsschutzverordnung. Der DBV wies darauf hin, dass es bereits spezielle Kessel für die Getreideverbrennung und Filtersysteme gibt, in denen der Verbrennungsprozess optimiert und die Emissionswerte reduziert wurden. Die Anerkennung von Getreide als Regelbrennstoff würde die weitere technologische Verbesserung der Feuerungsanlagen beschleunigen, so der DBV. In der 1. Bundesemissionsschutzverordnung, die die Errichtung, die Beschaffenheit und den Betrieb von Feuerungsanlagen regelt, sind diejenigen Brennstoffe aufgeführt, die für den Einsatz in solchen Kleinfeuerungsanlagen zugelassen sind. Beispielsweise zählen Stroh oder ähnliche pflanzliche Stoffe bereits zu den Regelbrennstoffen in der 1. Bundesemissionsschutzverordnung. Gleichzeitig legt die Verordnung für die verschiedenen Brennstoffe Emissionsgrenzwerte zum Beispiel im Hinblick auf Staub und Kohlenmonoxid (CO) fest.

 

 

Kommission puscht Energiepflanzensektor

Brüssel, 23. September 2006. Die Europäische Kommission will die Förderung des Energiepflanzensektors weiter ausweiten und schlägt deshalb vor, zum 1. Januar nächsten Jahres die Prämienregelung auf alle Mitgliedstaaten auszuweiten und die beitragsfähige Höchstfläche auf 2 Mio. ha zu vergrößern. Außerdem soll der volle Beihilfesatz von 45 Euro/ha künftig auch für den Energiepflanzenanbau in den europäischen Ländern gelten, die der Europäischen Union im Mai 2004 beigetreten sind.
mehr