Bioenergie als Job- und Konjunkturmotor
Die Abkehr der Bundesregierung von der steuerlichen Begünstigung der Biokraftstoffe und der Zwang zur Einführung einer Beimischungspflicht hätten in der Branche erhebliche Unsicherheiten ausgelöst, erklärte Sonnleitner. Daher sei nicht klar, ob der Biodieselmarkt weiterhin so wachsen werde wie noch in der ersten Hälfte dieses Jahres. Grundsätzlich sei zwar die Strategie der Bundesregierung zu begrüßen, mit der Einführung der Beimischungspflicht den weiteren Ausbau des Biokraftstoffmarktes voranzutreiben. Jedoch müssten die förderpolitischen Maßnahmen der Steuerbegünstigung und der Beimischungsquote gut aufeinander abgestimmt werden, so dass die parallele Vermarktung von reinen Biokraftstoffen nicht abgewürgt werde. Beispielsweise sollte die Beimischungsquote für Diesel bereits 2008 auf 8,8 % energetisch verdoppelt werden, da die Biodieselkapazität im Jahr 2007 bei 3,4 bis 3,7 Mio. t liegen wird. Die im Regierungsentwurf enthaltene Biodiesel-Quote von 4,4 % entspreche lediglich einer Menge von 1,5 Mio. t.
In keinem anderen Land der Europäischen Union habe Biodiesel eine ähnliche Marktkarriere gemacht wie in Deutschland, stellte Sonnleitner fest. Nicht nur in der Produktion, sondern auch in der Anlagentechnik sei die Bundesrepublik international führend. EU-weit fielen über 42 % der Biodieselerzeugung im vergangenen Jahr auf die Produktion in Deutschland. Danach folgten Frankreich mit 15 und Italien mit 12 %.