Wie ökologisch sind BtL-Kraftstoffe ?
Zunächst verglich das Forscherteam BtL-Kraftstoffe mit fossilen Kraftstoffen. Mit der Nutzung des pflanzlichen Sprits könne eindeutig fossile Energieträger und Treibhausgase gegenüber Diesel und Benzin eingespart werden, trage aber zur Verstärkung negativer Umwelteffekte wie Versauerung, erhöhtem Nährstoffeintrag in Böden und Ozonabbau bei. Wie bei vielen anderen Biokraftstoffen auch seien dafür zum Großteil Emissionen ursächlich, die durch die landwirtschaftliche Produktion und den Einsatz stickstoffhaltiger Düngemittel entstehen. Dieser Nachteil sei aber weniger ausgeprägt, wenn BtL aus Reststoffen gewonnen oder Biomassen mit geringem Düngerbedarf wie zum Beispiel Kurzumtriebsholz angebaut werden. BtL aus diesem Rohstoff schneiden auch im Vergleich zu anderen Biokraftstoffen positiv ab, nur Ethanol und ETBE aus Zuckerrohr seien bezüglich der eingesparten fossilen Energie und Treibhausgase noch vorteilhafter. In der Gegenüberstellung mit Biodiesel und reinem Pflanzenöl sei BtL aus Getreide oder aus Kurzumtriebsholz die ökologisch vorteilhaftere Variante. Setze man Biomasse statt zur BtL-Produktion zur Erzeugung von Strom und Wärme ein, ist dies ökologisch vorteilhafter, wenn in hocheffizienten Anlagen wie Heizkraftwerken mit hocheffizienter Vergasertechnologie gearbeitet werde.
Im Rahmen diverser Sensitivitätsanalysen gingen die Forscher außerdem der Frage nach, in welchen Bereichen ökologische Optimierungen die größten Auswirkungen haben. Dies seien der Wasserstoff-Import, die Pelletierung, die BtL-Nutzung in Fahrzeugen und die Auswahl der Biomasse: So wirkte sich ein Zukauf von Wasserstoff zur Erhöhung der BtL-Ausbeute aus Umweltsicht in der Regel eher kontraproduktiv aus. Ist die Pelletierung erforderlich, verschlechtere dies die Energiebilanz deutlich. Zeitpunkt und Ausmaß des BtL-Einsatzes und die dann verbreitete Motortechnologie haben signifikanten Einfluss auf die Emissionseinsparungen, die durch den Kraftstoff realisiert werden können, und schließlich sei auch die Auswahl der Rohstoffe relevant für die Ökobilanz. Reststoffe seien, so sie überhaupt verglichen werden können, ökologisch vorteilhafter als Anbaubiomasse und bei dieser ist Kurzumtriebsholz ökologisch vorteilhafter als Getreide.