DBV erwartet mehr Anstrengungen im Klimaschutz
Mehr als zweifelhaft sei, so der DBV, wie die Europäischen Union ihre klimaschutz- und versorgungspolitischen Ziele der Europäischen Union mit dem jetzt entschärften Energieplan erreichen wolle. Die Wirtschaftsminister hätten nicht das beachtliche Potential der Bioenergie auch als Instrument der Regionalförderung erkannt. So eröffne die Biomasseproduktion zur Energiegewinnung insbesondere für die strukturschwachen Regionen in den neuen Beitrittsländern neue Absatzmärkte ohne die Versorgungssicherheit mit Nahrungsmitteln zu gefährden.
Den einvernehmlichen Beschluss des Ministerrats, für Biokraftstoffe bis zum Jahr 2020 einen Anteil von 10 % verbindlich vorzuschreiben, erfülle Deutschland mit seiner Produktionskapazität von etwa 4 Mio. t für Biodiesel im Dieselmarkt bereits heute. Das Mengenziel in Europa könne jedoch nur erreicht werden, wenn nunmehr auch innerhalb der EU ein freier Warenverkehr für Biokraftstoffe Wirklichkeit werde. Die deutsche Biodieselindustrie stehe zurzeit unter Druck, weil die bestehenden Kapazitäten aufgrund fehlender Exportmöglichkeiten nicht ausgelastet werden könnten. Der DBV verwies darauf, dass etwa 13 % des Flächenpotenzials der EU bei einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 188 Mio. ha benötigt würden, um das Mengenziel bis zum Jahr 2020 erfüllen zu können. Deshalb solle man den Konflikt „Nahrung contra Biokraftstoffe“ nicht weiter schüren. Es gebe noch großen Forschungsbedarf, um die Flächenproduktivität durch die Entwicklung auf die Energieproduktion angepasster Sorten und entsprechender Fruchtfolgesysteme zu steigern.