Biogas hilft Umwelt schonen
Um Richtwerte für die ökologischen Folgen der Biogasnutzung zu ermitteln, hat das IE jetzt Ökobilanzierungen nach DIN ISO 14040 bis ISO 14043 durchgeführt. Es ging den Wissenschaftlern dabei nicht nur um die Einbindung der Biogasanlage in den Viehbetrieb, sondern auch um die Auswirkungen von Anbau und Nutzung von Energiepflanzen. Das grundsätzliche Fazit: die Integration einer Biogasanlage in einen Viehbetrieb ist nur zu befürworten. Die Anlage liefere nicht nur Strom, der fossil erzeugten ersetzt, es entstehen außerdem weitaus weniger Treibhausgase. Auch versauernde und eutrophierende Emissionen ließen sich verringern. Denn der Gärrest verursache diese weitaus weniger als die unvergorene Gülle.
Wenngleich die Beimischung von nachwachsenden Rohstoffen zur Gülle den Ausstoß von Treibhausgasen wieder erhöhe, sei sie in der Regel die wirtschaftlichste Variante. Die Biogasanlage ließe sich durch die Energiepflanzen nämlich deutlich besser auslasten, ohne dass hoher technischer Aufwand nötig sei. In Anbetracht der Energieerträge pro Flächeneinheit kommen die Autoren der Studie sogar zur Schlussfolgerung, dass es ökologisch am sinnvollsten ist, Mais- und Roggenganzpflanzensilage beizumischen. Den fossilen Konkurrenten ökologisch haushoch überlegen, mache die Stromgewinnung aus Biogas auch unter den regenerativen Optionen eine gute Figur. Im Primärenergieaufwand lande sie hinter Windkraft-, aber vor Photovoltaikanlagen. Was im Durchschnitt gelte, treffe aber längst nicht immer zu. Denn viele Anlagen könnten noch effektiver und somit auch ökologischer arbeiten. Anhaltspunkte böten der Grad der Abwärmenutzung oder die Gestaltung des Gärrestlagers. Letzteres solle beispielsweise unbedingt gasdicht abgedeckt werden, um das dort noch entstehende Gas zu nutzen und Emissionen zu vermeiden. Wer die Abwärme sinnvoll zum Heizen nutze, könne außerdem Energie und Geld sparen.