Deutschland Service/Presse Nachrichten aus der Landwirtschaft 2007 Biomasse kein Klima-Allheilmittel

Biomasse kein Klima-Allheilmittel

Berlin, 11. April 2007. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat vor überhöhten Erwartungen an den Anbau von Energiepflanzen gewarnt. Ihr Potential werde oft überschätzt. Trotzdem sei Energie aus Biomasse ein wichtiger Pfeiler der Energiewende, da sie im Gegensatz zu anderen erneuerbaren Energien problemlos speicherfähig sei.

Energiepflanzen-Mischung auf einem Testfeld
Energiepflanzen-Mischung auf einem Testfeld

Damit sei sie eine optimale Ergänzung zur Wind- und Sonnenenergie, obwohl sie im Unterschied zu diesen nicht unendlich verfügbar sei. Ein effizienter Einsatz der Biomasse müsse deshalb oberstes Gebot sein, erklärte der BUND-Energieexperte Werner Neumann. Die Ausweitung des Biomasseanbaus führe außerdem zu einer problematischen Intensivierung der Landwirtschaft. In Deutschland sei der Anbau von Raps und Mais zwischen 2005 und 2006 um rund 25 % pro Jahr gestiegen. Ähnliche Zuwächse erwartet der BUND für 2007.

Nachwachsende Rohstoffe können nach BUND-Meinung einen wichtigen Beitrag liefern, ohne fossile Energien und ohne Atomenergie auszukommen. Dabei müssten sowohl Anbau als auch Import von Energiepflanzen sowie deren Verwertungskette klaren ökologischen Kriterien genügen. Nur bei einer positiven Energie- und Ökobilanz ist der Einsatz nachwachsender Rohstoffe und erneuerbarer Energien für den BUND akzeptabel. Ein überzogener Anbau von Energiepflanzen würde auch den Flächenverbrauch steigern. Der BUND fordert eine stärkere Nutzung der bisher ungenutzten Reststoffe aus Wald- und Naturschutzflächen, der Lebensmittelindustrie sowie Gülle und Bioabfall. Dies lasse sich mit entsprechenden Anreizen im Erneuerbare-Energien-Gesetz erreichen.

 

 

Bioenergie und Ernährungssicherheit

Berlin, 30. März 2007. Mit der Produktion von Bioenergie werden zahlreiche positive Effekte verbunden, auch für die Landwirtschaft weltweit. "Doch der vermehrte Anbau von Energiepflanzen darf nicht zu Rückschlägen bei der Hungerbekämpfung führen", darauf weist der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Dr. Peter Paziorek, hin.
mehr