Nutzfahrzeugbetreiber wichtigste Biodieselkunden
Berlin, 14. Mai 2007. Nach einer Erhebung der Arbeitsgemeinschaft Qualitätsmanagement Biodiesel e. V. (AGQM) war das Transportgewerbe im vergangenen Jahr mit einem Gesamtabsatz von 1,25 Mio. t Biodiesel der wichtigste Kunde für die deutsche Biodieselwirtschaft. Experten gehen davon aus, dass durch den steuerbegünstigten Preis von Biodiesel in erheblichem Maße Tanktourismus im Ausland vermieden wurde. Zweitwichtigster Biodieselkunde war 2006 die Mineralölindustrie, die etwa 1 Mio. t Biodiesel für die Beimischung zu konventionellem Diesel einsetzte.
Die weitere Entwicklung des Biodieselabsatzes werde bereits heute durch die von der Bundesregierung eingeführte stufenweise Besteuerung von reinem Biodiesel erheblich behindert. Die im Januar 2008 anstehende nächste Steuerstufe, die reinen Biodiesel um sechs Cent verteuern wird, dürfte diesen Absatzweg für Biodiesel noch stärker treffen.
Die Produktionskapazitäten für Biodiesel werden laut AGQM-Angaben Ende 2007 bei über 5 Mio. t angelangt sein. Die Beimischung von Biodiesel zu konventionellem Diesel, die durch das Biokraftstoffquotengesetz vorgeschrieben sei, könne diese Kapazitäten mit 1,5 Mio. t nur zu einem geringen Teil auslasten. Die Biodieselwirtschaft fordert daher von der Bundesregierung Änderungen bei der Steuerpolitik, um den Markt für reinen Biodiesel nicht zu verlieren. Dies sei auch aus Klimaschutzgründen fatal, da die Produktionskapazität ausreiche, um heute bereits 16 % (energetisch) des Dieselbedarfs in Deutschland zu ersetzen. Diese Menge genüge, um sofort etwa 12 Mio. t fossiles CO2 im Straßenverkehr einzusparen.