Nachfrage nach Nahrungsmitteln treibt Agrarmärkte
Die Energie- und Rohstofferzeugung sei für die Bauern nach wie vor ein Zuerwerb, das Hauptgeschäft bleibe die Erzeugung hochwertiger Nahrungs- und Futtermittel. Auch seien angesichts der weltweiten Preisveränderungen derzeit gerade die Biokraftstoff- und Biogasanlagenbetreiber ins Hintertreffen geraten und von der gegenwärtigen Entwicklung besonders betroffen.
„Was gegenwärtig die Märkte anheizt, ist also nicht die Bioenergie, sondern der Weltmarkt bei Nahrungsmitteln“, sagte Sonnleitner. Um auch die Nachfrage nach nachwachsenden Rohstoffen für die Bioenergieerzeugung befriedigen zu können, müssten „stille Reserven“ produktionsmäßig wieder genutzt werden. Hier erwartet der Bauernverband von der EU-Kommission, dass die Stilllegungsverpflichtung ein für allemal beseitigt werden. Genauso erhofft er sich von der gesamten Agrarwirtschaft - insbesondere von der Pflanzenzüchtung - einen Innovationsschub, damit mehr Erträge von der Fläche geholt werden können. Damit könne dann auch der Kritikpunkt entkräftet werden, dass steigende Nahrungsmittelpreise den Hunger auf der Welt verschärfen würden. Steigende Nahrungsmittelpreise seien nicht per se ein Nachteil, sondern würden gerade den Bauern in den Entwicklungsländern und den ländlichen Räumen helfen, so Sonnleitner. Eine steigende Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten für Nahrungs- und Nicht-Nahrungszwecke führe zu stabileren landwirtschaftlichen Einkommen und damit weltweit zu weniger Armut und Hunger. Auch gebe es genügend Ressourcen und Produktivitätsreserven, um beide Märkte - Nahrungsmittel- und Energiemarkt - umweltverträglich zu bedienen.