Deutschland Service/Presse Nachrichten aus der Landwirtschaft 2007 Nachfrage nach Nahrungsmitteln treibt Agrarmärkte

Nachfrage nach Nahrungsmitteln treibt Agrarmärkte

Berlin, 16. Oktober 2007. „Von der Bioenergie geht keine Verdrängung der Nahrungsmittelerzeugung aus. Die Nahrungsmittelproduktion bringt mehr Wertschöpfung und Arbeitsplätze.“ Dies betonte Gerd Sonnleitner, der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), im Rahmen des 10. Berliner Gesprächs zur Nachhaltigkeit, veranstaltet von der Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft (FNL).

Getreideernte
Getreideernte

Die Energie- und Rohstofferzeugung sei für die Bauern nach wie vor ein Zuerwerb, das Hauptgeschäft bleibe die Erzeugung hochwertiger Nahrungs- und Futtermittel. Auch seien angesichts der weltweiten Preisveränderungen derzeit gerade die Biokraftstoff- und Biogasanlagenbetreiber ins Hintertreffen geraten und von der gegenwärtigen Entwicklung besonders betroffen.

„Was gegenwärtig die Märkte anheizt, ist also nicht die Bioenergie, sondern der Weltmarkt bei Nahrungsmitteln“, sagte Sonnleitner. Um auch die Nachfrage nach nachwachsenden Rohstoffen für die Bioenergieerzeugung befriedigen zu können, müssten „stille Reserven“ produktionsmäßig wieder genutzt werden. Hier erwartet der Bauernverband von der EU-Kommission, dass die Stilllegungsverpflichtung ein für allemal beseitigt werden. Genauso erhofft er sich von der gesamten Agrarwirtschaft - insbesondere von der Pflanzenzüchtung - einen Innovationsschub, damit mehr Erträge von der Fläche geholt werden können. Damit könne dann auch der Kritikpunkt entkräftet werden, dass steigende Nahrungsmittelpreise den Hunger auf der Welt verschärfen würden. Steigende Nahrungsmittelpreise seien nicht per se ein Nachteil, sondern würden gerade den Bauern in den Entwicklungsländern und den ländlichen Räumen helfen, so Sonnleitner. Eine steigende Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten für Nahrungs- und Nicht-Nahrungszwecke führe zu stabileren landwirtschaftlichen Einkommen und damit weltweit zu weniger Armut und Hunger. Auch gebe es genügend Ressourcen und Produktivitätsreserven, um beide Märkte - Nahrungsmittel- und Energiemarkt - umweltverträglich zu bedienen.

 

 

Biokraftstoffe nicht verantwortlich für Hunger

Berlin, 27. September 2007. „Biokraftstoffe sind nicht für den Hunger auf der Welt verantwortlich“, stellte Petra Sprick, Geschäftsführerin des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffe klar. Sie reagierte damit auf gegenteilig lautende Presseartikel. Menschen hätten schon gehungert, bevor Biokraftstoff in großen Mengen produziert wurde.
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