Nahrungsmittel sind keine Preistreiber
Berlin, 2. Januar 2008. In jüngster Zeit hat der Anstieg der Nahrungsmittelpreise, vor allem durch Preiserhöhungen bei Milcherzeugnissen, spürbar zum Anstieg der Inflationsrate beigetragen. Im November 2007 stiegen die Preise für Nahrungsmittel (einschließlich alkoholfreie Getränke) um 5,4 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Darauf hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) hingewiesen. "Dennoch", so Agrarminister Horst Seehofer, "Nahrungsmittel sind keine Preistreiber". Das Gegenteil sei der Fall.
Die Verbraucherpreise für Lebensmittel in Deutschland seien über viele Jahre hinweg deutlich langsamer gestiegen als die Verbraucherpreise insgesamt, so das Ministerium. Sie hätten damit maßgeblich zur Dämpfung des Anstiegs der Lebenshaltungskosten beigetragen. Der jährliche Verbraucherpreisanstieg für Nahrungsmittel (einschließlich alkoholfreier Getränke) habe zwischen 1991 und 2006 bei 0,9 % gelegen, während die Verbraucherpreise insgesamt in diesem Zeitraum um jährlich 2 % zunahmen. Selbst die Preissteigerungen im gesamten Jahr 2007 seien bei den Nahrungsmitteln moderat ausgefallen im Vergleich zum Verbraucherpreisindex insgesamt. Angesichts des geringen Anteils der Nahrungsmittelpreise an den Preissteigerungen insgesamt warnt Seehofer vor vorschnellen Rückschlüssen bezüglich der Lebensmittelpreise. Man müsse die Preisentwicklung über einen längeren Zeitraum beobachten. Vor allem bei den Milchprodukten lasse der Preisanstieg aktuell bereits wieder nach, da sich die Situation auf dem Milchmarkt entspanne. Das Landwirtschaftsministerium rechnet damit, dass durch die Liberalisierung der Agrarmärkte und der geräumten Interventionslager die Funktion des Preises als Indikator für das Verhältnis von Angebot und Nachfrage eher zu spüren sein wird. Dennoch seien viele Nahrungsmittel immer noch billiger als vor 20 Jahren.