Folgen der Palmöl-Nutzung untersucht
Berlin, 21. Februar 2008. Der Einsatz von Palmöl zur Energiegewinnung kann unmittelbar zum unwiederbringlichen Verlust tropischer Regenwälder führen. Außerdem ist die Klimabilanz von aus Palmöl erzeugter Energie nur in bestimmten Fällen positiv. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie, die ein interdisziplinär besetztes Wissenschaftlerteam im Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMU) erarbeitet hat.
Palmöl ließe sich in vielen tropischen Ländern billiger anbauen als alle anderen Pflanzenöle, deshalb sei es für den Export und für die die energetische Nutzung besonders interessant. Oft würden Sumpf-Regenwälder gerodet, um neue Palmöl-Plantagen anzulegen. Durch die Brandrodung komme es oft zu Schwelbränden im Boden. Berücksichtige man die hierdurch verursachten CO2-Emissionen, so sei die energetische Verwertung von auf diesen Flächen erzeugtem Palmöl auf sehr lange Sicht nicht Klima schützend. Anders sehe die Situation bei der Nutzung von Brachland als Standort für Palmölplantagen aus. Hier ließen sich vergleichsweise hohe CO2-Einsparungen je Hektar Anbaufläche erzielen. Vorrangig erfolge der Anbau von Ölpalmen aber auf ehemaligen Regenwaldflächen, da hierbei noch ein zusätzlicher Erlös aus der Holzverwertung erzielt werden könne.
Nach Information des Ministeriums wird Palmöl in Deutschland derzeit vor allem zur Stromerzeugung eingesetzt. In den Hauptanbauländern Indonesien und Malaysia würden aber bereits Anlagen zur Produktion von Biodiesel gebaut. Für die Stromerzeugung aus Palmöl sieht der Entwurf der Bundesregierung zur Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) vor, dass zukünftig nur noch zertifiziertes Palmöl eingesetzt werden kann. Das BMU verweist darauf, dass bereits nach geltendem Recht der Anspruch auf die Stromvergütung beim Einsatz von Palmöl oft unsicher sei. Denn bei Palmöl unbekannter Herkunft könnten die erforderlichen Nachweise oft nicht vollständig erbracht werden.