Deutschland Service/Presse Nachrichten aus der Landwirtschaft 2008 Förderung der Bioenergie mit Augenmaß

Förderung der Bioenergie mit Augenmaß

Berlin, 12. März 2008. Um die ehrgeizigen Ziele der deutschen und europäischen Politik zum Ausbau der erneuerbaren Energien zu erreichen, bedarf es einer kohärenten Förderpolitik. Dies erklärte der Deutsche Bauernverband (DBV) zur Überarbeitung des Erneuerbare Energien-Gesetzes (EEG). Angesichts begrenzter Flächenverfügbarkeit in der Landwirtschaft bei gleichzeitig wachsender Nachfrage nach Agrarprodukten müsse die weitere Förderung der Bioenergie mit Augenmaß betrieben werden, um Überhitzungen zu vermeiden.

Bioenergiepyramide
Bioenergiepyramide

Das Erneuerbare Energien-Gesetz habe sich als wichtiges Instrument zum Ausbau der erneuerbaren Energie bewährt und müsse nun an die veränderten Rahmenbedingungen der Klimaschutzpolitik und des Marktes angepasst werden. Der DBV fordert eine schnelle Umsetzung der Gesetzesnovelle, um Investitions- und Planungssicherheit sowie den Fortbestand vorhandener Biogasanlagen zu gewährleisten.

Nach Auffassung des Berufsstandes ermögliche der Gesetzesentwurf zum EEG zwar eine vernünftige Weiterentwicklung der Bioenergie. Allerdings müsse die Förderstrategie des Erneuerbare Energien-Gesetzes für Bioenergie grundsätzlich so angelegt sein, dass technischer Fortschritt und Effizienzsteigerung vorangetrieben werden. Dies gelte auch für bereits bestehende Anlagen, die jedoch aufgrund extrem veränderter Marktbedingungen zur Sicherung ihrer Existenz unterstützt werden müssten. Ferner müssten bisher ungenutzte Rohstoffpotenziale im Rahmen der Kreislaufwirtschaft noch stärker im neuen EEG verankert werden. Deshalb forderte der Bauernverband, in Biogasanlagen verstärkt landwirtschaftliche Reststoffe einzusetzen. Hierfür müsste die Positivliste für nachwachsende Rohstoffe und in Biogasanlagen verwertbarer Nebenprodukte überarbeitet werden.

 

Flächenkonkurrenz in der Agrarwirtschaft

Berlin, 19. Februar 2008. Die Förderung Erneuerbarer Energien hat in Deutschland auch die Produktion nachwachsender Rohstoffe deutlich erhöht. Dies hat spürbare Auswirkungen auf die Agrarmärkte. „Die Politik wünscht eine stärkere Marktorientierung der Landwirtschaft, greift aber unter dem Gebot des Klimaschutzes mit Garantiepreisen und Garantieabnahmen bei Bioenergie massiv in die Märkte ein. So werden hierzulande Sonderwege bei der Förderung der Biogasherstellung beschritten, die zu einer zunehmenden Flächenkonkurrenz zwischen der Produktion von Nahrungsmitteln und Energie führen“, erläuterte Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV).

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