Abhängigkeit von Importen bei Eiweißpflanzen verringern
"Die EU importiert zur Versorgung ihrer Sparten Ernährung und tierische Produktion über 70 % des Bedarfs an pflanzlichen Proteinen. Diese große Abhängigkeit von Drittlandsimporten zusammen mit der hohen Volatilität der Weltmarktpreise bei landwirtschaftlichen Rohstoffen lässt Europa extrem anfällig werden. Die Versorgung muss dringend abgesichert und diversifiziert werden. Die Steigerung der Eiweißpflanzenproduktion stellt also eine echte Herausforderung für Europa dar", erklärte Paul Temple, stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgruppe "Ölsaaten und Eiweißpflanzen" beim Europäischen Bauern- und Genossenschaftsverband (COPA/COGECA).
Die bisherigen Prämienregelungen reichten nicht aus, um die negative Produktionsentwickung der heimischen Körnerleguminosen aufzuhalten. Die Agrarumweltprogramme der Zweiten Säule der Agrarpolitik stellten darüber hinaus bisher keinen ausreichenden Anreiz dar. Für die Erzeuger komme es laut Temple darauf an, die Rentabilität der Kulturen auf einzelbetrieblicher Ebene zu verbessern. Dies setze kurzfristig voraus, dass die gekoppelten Zahlungen für die Erzeuger erhalten blieben, solange die Vorteile, die die betreffenden Kulturen insbesondere im Umweltbereich zu bieten hätten, nicht vom Markt honoriert würden. Wissenschaftler hatten aufgezeigt, dass Ackerbohnen, Futtererbsen und Süßlupinen insbesondere für die Gestaltung einer nachhaltigen Landwirtschaft in Europa unverzichtbar seien. Demnach würde der Anbau von 20 % Körnerleguminosen in einer Fruchtfolge pro Hektar Anbaufläche den Energiebedarf um 13 % reduzieren, die Versauerung um 18 % verringern und den Beitrag zur globalen Erwärmung um 14 % mindern.