Biokraftstoffstrategie wird fortgesetzt
"Die Umweltpolitik wird nicht die Verantwortung dafür übernehmen, dass Millionen von Autofahrern an die teuren Super-Plus-Zapfsäulen getrieben werden", erklärte Gabriel. Zuvor hatte die Autoindustrie neue Angaben über die Zahl der Kraftfahrzeuge gemacht, die nicht für den höheren Biosprit-Anteil geeignet sind. Während die deutschen Hersteller mitteilten, dass lediglich 189.000 deutsche Pkw auf die teurere Sorte "Super-Plus" umsteigen müssten, beziffert der Verband der Importeure ausländischer Marken für seinen
Bereich die
Zahl auf über drei Millionen.
Die Biokraftstoffnutzung bleibt nach Auskunft von Gabriel aber Teil der Bioenergiestrategie der Bundesregierung. Die Nutzung von Biokraftstoffen werde trotz des Verzichts auf die Einführung von E10 nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Sie müsse jedoch hinsichtlich der Höhe des Biokraftstoffanteils und im Hinblick auf die Nachhaltigkeitsanforderungen an die Nutzung von Biomasse überprüft werden. An E5 werde festgehalten. Die Einführung von B7, d.h. eine höhere Beimischung von Biodiesel zu Diesel, stehe nicht zur Disposition. Dies soll im Rahmen einer Änderung der Kraftstoffqualitätsverordnung umgesetzt werden. Das Ziel der Europäischen Union für einen Anteil von 10 % Biokraftstoffen am Kraftstoffmarkt im Jahr 2020 werde auch mit einer Quote von E 5 und B 7 in Deutschland erreicht. Die Bundesregierung setze auf die Biokraftstoffe der zweiten Generation. Hier müsse alles getan werden, um die Herstellung im industriellen Maßstab voranzubringen. Allerdings würden diese Kraftstoffe mit nennenswerten Volumenanteilen erst 2020 zur Verfügung stehen.