Deutschland Service/Presse Nachrichten aus der Landwirtschaft 2008 Rohstoffversorgung sichern

Rohstoffversorgung sichern

Berlin, 13. Mai 2008. Bei anhaltend ungleichen rechtlichen Rahmenbedingungen könnte die deutsche und europäische Futtermittel- und Lebensmittelwirtschaft auf dem Weltmarkt in absehbarer Zeit kaum mehr Rohstoffe beziehen und nicht mehr konkurrenzfähig produzieren. Darauf verweisen acht führende Verbände der Lebens- und Futtermittelwirtschaft, u.a. der Deutsche Bauernverband, der Raiffeisenverband und der Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels. Sie begründen diese Sorge damit, dass in den USA ab der nächsten Anbausaison neue gentechnisch veränderte (GV-) Soja-Sorten in den Anbau kommen, für die in der Europäischen Union (EU) noch keine Importgenehmigungen vorliegen. Für Agrarimporte in die EU gilt in diesem Fall eine Nulltoleranz, d.h. bei nachgewiesenen geringsten Spuren solcher GVO muss die gesamte Importlieferung von den europäischen Behörden zurückgewiesen bzw. vom Markt genommen werden.


Huhn
Huhn

Bei einer Unterbrechung vor allem der Sojabohnen- und Sojaschrotimporte aufgrund fehlender Zulassungen könnte die Nachfrage der deutschen Veredelungswirtschaft nach proteinhaltigen Futtermitteln nicht mehr gedeckt werden. Der Preis für Sojaschrot würde nach Berechnungen der EU-Landwirtschaftsdirektion schon 2009 um 60 % steigen. Ähnliche Auswirkungen seien für die Lebensmittelwirtschaft zu erwarten, wo unter anderem die Versorgung mit Sojaöl und Sojalecithin betroffen wäre. Dies führt nach Aussage der betroffenen Wirtschaft im internationalen Vergleich zu Wettbewerbsnachteilen, unter anderem für die deutschen Fleischerzeuger.

In der Hähnchen- und Schweinemast entfallen über 50 % der Produktionskosten auf die Futtermittel. Diese Branchen wären daher besonders betroffen. Laut EU-Landwirtschaftsdirektion könnte die Produktion von Schweinefleisch bis 2010 aufgrund der beschriebenen Problematik um bis zu 35 % zurückgehen, die Produktion von Hähnchenfleisch sogar um bis zu 44 %. Als Lösung schlagen die Verbände schnellere europäische Genehmigungsverfahren für gentechnisch veränderte Agrarrohstoffe vor, bei gleichbleibend hohen Sicherheitsstandards. Außerdem würde ein Toleranzschwellenwert für geringe Anteile in der EU noch nicht zugelassener GVO benötigt, für den sich unter anderem auch EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bereits ausgesprochen hätten.

 

Abhängigkeit von Importen bei Eiweißpflanzen verringern

Brüssel, 26. März 2008. Angesichts steigender Futtermittelpreise diskutierten Vertreter der europäischen Eiweißpflanzenerzeuger die Zukunft dieser Kulturen in Europa.
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