Deutschland Service/Presse Nachrichten aus der Landwirtschaft 2008 Streitgespräch zu Umwelt und Landwirtschaft

Streitgespräch zu Umwelt und Landwirtschaft

Berlin, 24. Juli 2008. „Für uns wird zunehmend problematisch, dass die Grenzwerte beim Umweltschutz durch die heutigen technischen Nachweismöglichkeiten fast überall an die Nulltoleranzgrenze gelangen.“ Dies betonte Gerd Sonnleitner, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), im Streitgespräch mit Prof. Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes. In der Deutschen Bauern Korrespondenz dbk warnte Sonnleitner vor zu strengen Grenzwerten, die mit der guten fachlichen Praxis in der Landwirtschaft technisch nicht mehr machbar seien und faktisch nur noch durch ein Verbot eingehalten werden könnten. Dies könne leicht zur Blockade beim Bewirtschaften der Felder und Wiesen führen.


Emissionen einer Milchkuh
Emissionen einer Milchkuh

UBA-Präsident Troge entgegnete, dass trotz vieler Anstrengungen der Landwirtschaft, mit denen deutliche Reduzierungen der Stickstoffüberschüsse erzielt werden konnten, der Durchschnitt bei 50 kg Stickstoff je Hektar – also 30 kg weniger als die Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung für 2010 vorschreibt – liegen sollte. Übereinstimmende Positionen hatten Sonnleitner und Troge in Sachen Flächenverbrauch. Gemeinsam beklagen sie, dass der größte Teil des Flächenverbrauchs direkt oder indirekt über den Ausgleich landwirtschaftlicher Nutzflächen erfolgt. Das seien allein 60 Fußballfelder pro Tag. Sonnleitner wörtlich: „Wir haben hier mit den Naturschützern eine gemeinsame Forderung und die lautet: Keine Versiegelung ohne Entsiegelung.“ Dass der Landwirtschaft täglich über 100 Hektar Fläche entzogen würden, sei untragbar.

Verärgert zeigte sich Sonnleitner über Vergleiche von Emissionen einer Milchkuh mit denen der Autos. Außerdem habe sich Präsident Troge „den Fleischkonsum ausgesucht, weil das ein Reizthema in der Gesellschaft ist.“ Fest stehe, so Sonnleitner, dass Rinder in Deutschland nur zu 2 % der Treibhausgasemissionen beitragen und Autos zu 20 %. Man fange immer wieder bei der Landwirtschaft an, erwähne aber nicht, dass diese die einzige Wirtschaft ist, die Sauerstoff produziert, kritisierte Sonnleitner in der dbk. Dennoch, so Troge, sei der energetische Input über Futtermittel in der Fleischproduktion um den Faktor vier bis sechs höher als für die gleiche Endkalorienbereitstellung im vegetarischen Bereich.

 

Europapolitische Einigung über Pflanzenschutzmittel

Brüssel, 22.06.2008. Der Rat der Europäischen Union hat sich über eine neue Pflanzenschutzmittelverordnung geeinigt, der auch Deutschland nach schwierigen Verhandlungen zugestimmt hatte. Im Herbst wird sich das Europäische Parlament weiter mit den Vorschlägen befassen. Der Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Gert Lindemann, stellte dazu fest: "Verbraucherinnen und Verbraucher wollen gesunde Agrarprodukte von hoher Qualität, die Landwirtschaft und der Gartenbau sind aufgefordert, diese Qualitäten zu produzieren und zu liefern.

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