Niederschläge bedrohen restliche Feldbestände
Berlin, 13.08.2008. Die deutsche Getreideernte ist weit vorangeschritten und kann sich „ertraglich“ sehen lassen. Das berichtet der Deutsche Bauernverband (DBV). Allerdings trübten hohe Produktionskosten und sinkende Preise das Bild. Sorgen bereitet auch das unbeständige Sommerwetter.
So gut wie abgeschlossen sei die Ernte von Wintergerste und Raps; beim Raps stünden lediglich in einigen Spätgebieten noch Restbestände, so der Verband. Die Ernte von Winterweizen und Sommergerste sei dagegen durch die häufigen Regenfälle in weiten Teilen unterbrochen. Insbesondere im Westen und Süd-Westen stoppten immer wieder einsetzende Regenfälle die Ernte. Gerade in den Höhenlagen stünden noch Weizen und Braugerste auf dem Halm. Bei der Braugerste konnten bisher gute bis sehr gute Erträge eingefahren werden. Sorgen bereiteten dem DBV aber die spät gesäten Bestände, hier treten verstärkt höhere Proteinwerte auf.
Im Norden und Nord-Osten Deutschlands wurde die Ernte seit Anfang August durch Regen mehrfach unterbrochen. So stünden im nördlichen Schleswig-Holstein noch ca. 40 % des Weizens. Hinsichtlich der Erträge seien auch hier hohe bis sehr hohe Hektarerträgen zu verzeichnen. Im Nord-Westen sei die Weizenernte zu ca. 80 % abgeschlossen. Auf den noch zu erntenden Flächen wird mit Qualitätseinbußen gerechnet. Die Erträge seien besonders im Rheinland gut bis sehr gut und liegen mit 95 dt/ha rund 10 % über dem Vorjahr, so der Bauernverband. Auch im Münsterland und südlichen Oldenburg würden gute Erträge erwirtschaftet. Im Osten lägen die Erträge bei großen regionalen Unterschieden im Schnitt wie in den anderen Regionen Deutschlands über dem Vorjahr. Deutschlandweit sei bei hohen Weizenerträgen mit niedrigen Proteingehalten zu rechen. Auch bestünde bei den noch zu erntenden Flächen zunehmend die Gefahr von Fallzahlverlusten, hervorgerufen durch Auswuchs.