Schnellerer Ausbau Erneuerbarer Energien gefordert
Berlin, 29. September 2008. Die Internationale Energie Agentur (IEA) appelliert an die Regierungen weltweit, den Ausbau von Wind- und Solarenergie, Bioenergie, Wasserkraft und Geothermie mit effektiven Förderinstrumenten zu beschleunigen. Erneuerbare Energien könnten einen deutlich höheren Beitrag zum Klimaschutz und zur Versorgungssicherheit leisten. „Die Branche der Erneuerbaren Energien teilt die Analyse der IEA, nach der verlässliche Rahmenbedingungen für Erneuerbare Energien ein wesentlicher Erfolgsfaktor sind“, erklärte dazu Björn Klusmann, Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energie.
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Deutschland setze die von der IEA ermittelten Anforderungen an effektive Förderinstrumente vorbildlich um. Es führe bei niedrigeren Kosten zu einem deutlich schnelleren Ausbau der Stromerzeugung mit Erneuerbaren Energien, als beispielsweise Quotenregelungen. Die IEA warnt jedoch davor, nur das eigentliche Förderinstrument in den Blick zu nehmen. Die Fähigkeit, des gesamten Energieversorgungssystems, einen hohen Anteil Erneuerbarer Energien aufzunehmen, sei ebenfalls zentral. Die Biokraftstoffpolitik entspricht nach Klusmanns Überzeugung am wenigsten den Anforderungen der IEA. Zunächst habe der schnelle Wechsel von einer steuerlichen Förderung auf ein Quotensystem den Produzenten in Deutschland geschadet. Nun sorge die Ankündigung, die Biokraftstoffquoten abzusenken, wieder für Verunsicherung.
Die IEA hat die Förderpolitik von 35 OECD-Staaten und großen Schwellenländern verglichen und daraus Kriterien für eine wirksame Politik zum schnelleren Ausbau Erneuerbarer Energien abgeleitet. Bis 2020 kann nach Erkenntnissen der IEA der Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromproduktion in den untersuchten Ländern auf über 40 % mehr als verdoppelt werden.