Landwirtschaft am Konjunkturprogramm beteiligen
Berlin, 4. November 2008. Der Deutsche Bauernverband (DBV) fordert eine Beteiligung der deutschen Land- und Agrarwirtschaft am Konjunkturprogramm der Bundesregierung, um Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Dazu hat der Verband eine Reihe von konjunkturellen Maßnahmen vorgeschlagen, mit denen angesichts der Finanzkrise besonders die Betriebe, die investiert haben und auf die Zukunft setzen, gestärkt werden.
Infolge der Finanzkrise drohten die deutschen Agrarexporte wegen mangelnder Kreditversorgung vieler Handelsunternehmen in den Exportländern ins Stocken zu geraten. Viele landwirtschaftliche Betriebe sehen sich existenziell gefährdet durch die drastischen Senkungen der Erzeugerpreise für Ackerkulturen wie Getreide und Ölsaaten, bei der Milch sowie durch die anhaltend schwierige Marktlage in der Veredelung. Der DBV schlägt deshalb vor, die Wiedereinführung der degressiven Abschreibung auch auf nicht bewegliche Wirtschaftsgüter, zum Beispiel auf Ställe, auszuweiten. Hiervon werden starke Investitionsimpulse erwartet.
Bisher wird von der Bundesregierung nur eine degressive Abschreibung auf bewegliche Güter erwogen. Zudem fordert der Bauernverband eine Ausweitung des Investitionsabzugsbetrages und der Sonderabschreibung mit einer Verdoppelung der Obergrenze auf 250.000 Euro Wirtschaftswert sowie eine Öffnung der Re-Investitionsmöglichkeiten bei Veräußerung von Grund und Boden auch für bewegliche Wirtschaftsgüter. Der DBV schlägt zudem eine deutliche Erhöhung der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz vor, insbesondere zur einzelbetrieblichen Investitionsförderung. Solange die Turbulenzen an den Weltagrarmärkten und bei den Wechselkursen andauerten, sollten außerdem die WTO-Verhandlungen gestoppt werden, so der Verband weiter. In der jetzigen Marktsituation seien Senkungen des Zollschutzes von 50 bis 60 % mit unkalkulierbaren Risiken für die deutsche und europäische Nahrungsmittelversorgung verbunden.