Biokraftstoff-Gutachten scharf kritisiert
Der Beirat empfahl außerdem, Biomasse nur zur Stromerzeugung zu verwenden und dafür auf die Kohlenutzung zu verzichten. Damit könnten sehr viel mehr CO2-Emissionen eingespart werden. Auf Biomasse zur Kraftstoffherstellung sollte dann verzichtet werden. „Damit liegen die Wissenschaftler falsch. Denn sie übersehen, dass die CO2-Bilanz bei Biokraftstoffen erheblich besser ist, als bei fossilen Kraftstoffen auf der Basis von Rohöl. Denn bei der Ölverbrennung wird immer der gleiche Durchschnittswert in der CO2-Bilanz herangezogen, unabhängig von der Herkunft oder ob der Kraftstoff aus Rohöl oder Ölsand hergestellt wurde. Biokraftstoffe ersetzen heute aber zunehmend das unter großem technischen Aufwand gewonnene Öl aus Ölsanden, deren CO2-Bilanz sehr viel schlechter ist – auch als die Bilanz von Kohle“, sagte VDB-Geschäftsführer Johannes Lackmann.
Es sei irrational, wenn Biomasse ausschließlich für die Stromgewinnung genutzt wird, während das Öl weltweit knapper werde. Auch eine vom Beirat kritisierte Veränderung der Landnutzung durch Abholzung von Urwald oder Trockenlegung von Sümpfen aufgrund der Biokraftstoffproduktion ist zumindest für Europa falsch. In der EU würden Palm- und Sojaöl als Rohstoffe für die Biokraftstoffproduktion dann verboten, wenn kein nachhaltiger Anbau nachgewiesen sei. „Durch diese Nachhaltigkeitsverordnung werden die Biokraftstoffe eine Vorreiterrolle in der nachhaltigen Produktion einnehmen“, stellte DBV-Generalsekretär Born fest.