Deutschland Service/Presse Nachrichten aus der Landwirtschaft 2009 Bioenergie bietet gute Möglichkeiten

Bioenergie bietet gute Möglichkeiten

Berlin, 21.01.2009. Die Landwirtschaft muss sich angesichts der prognostizierten Klimaerwärmung auf Veränderungen ihrer Markt- und Rahmenbedingungen einstellen. Dabei nimmt die Erzeugung von umweltfreundlicher Bioenergie als stabiler und zukunftssicherer Produktionsfaktor eine nachhaltige Rolle für die heimische Agrarwirtschaft ein. Welche konkreten Perspektiven sich aus dem Thema Bioenergie für die landwirtschaftlichen Betriebe ergeben, diskutierten Experten auf dem Forum „Bioenergie 2009 – Möglichkeiten für die Landwirtschaft“ des Deutschen Bauernverbandes (DBV) auf der Internationalen Grünen Woche.

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Im Mittelpunkt standen dabei die jüngst in Kraft getretenen Änderungen zum Erneuerbare-Energien Gesetz (EEG), das Erneuerbare-Energien Wärmegesetz (EEWärmeG) sowie Änderungen in der Biokraftstoffgesetzgebung. Demnach strebt die EU an, durchschnittlich 20 % des Gesamtenergieverbrauchs in Europa aus Erneuerbaren Energien zu erreichen. Zu diesem Ziel müsse jedes Mitgliedsland seinen Teil beitragen, der abhängig vom bereits erreichten Anteil an Erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch sowie der Wirtschaftskraft ist. Das obligatorische Mindestziel für Biokraftstoffe bewertete der Bauernverband positiv. Im Jahr 2020 sollen insgesamt 10 % der Gesamtkraftstoffmenge durch Biokraftstoffe gedeckt werden.

Kritisch übte der DBV dagegen an der öffentliche Diskussion um „Teller oder Tank“. So sei hier teilweise der falsche Eindruck aufgekommen, dass durch die Nutzung von Bioenergie und vor allen Dingen von Biokraftstoffen der Hunger in der Welt verstärkt würde sowie dafür Regenwälder gerodet würden. Richtig sei vielmehr, dass die Landwirtschaft in allererster Linie Lebensmittel produziere und diese Priorität bei existenzsichernden Erzeugerpreisen auch weiterhin beibehalte. Die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Rohstoffen besonders aus Schwellenländern und einer Abnahme der weltweiten Lagerbestände z.B. bei Getreide hätten 2008 für stark steigende Preise gesorgt, die jetzt jedoch wieder eingebrochen wären. Außerdem hätten Spekulationen an den weltweiten Finanzmärkten die Knappheit von landwirtschaftlichen Rohstoffen ausgenutzt und zu weiter steigenden Preisen und Kursen gesorgt.

 

Welternährung und Energie als große Herausforderungen

Berlin, 8. Januar 2009. Die Märkte geben gegenwärtig für die mittel- und langfristigen Entwicklungen die falschen Signale. Davon geht der Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), Carl-Albrecht Bartmer, aus und fordert Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf, angesichts der akuten Finanz- und Wirtschaftskrise das Thema Welternährung mit seinen geopolitischen Konsequenzen nicht zu vernachlässigen. Bartmer schätzt die Voraussetzungen für die nächste globale Ernte nach der einzigartigen Jahrhunderternte 2008 als "deutlich schlechter“ ein. Welternährung und Energie bleiben für ihn die größte Herausforderung der Weltgemeinschaft in den nächsten Jahren.
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