Deutschland Service/Presse Nachrichten aus der Landwirtschaft 2009 Gärrückstände aus Biogaserzeugung als Dünger

Gärrückstände aus Biogaserzeugung als Dünger

Gülzow, 27.03.2009. Der Einsatz von Gärrückständen aus Biogasanlagen als Dünger für den Pflanzenbau ist bekannt. Die stoffliche Zusammensetzung und Wirkung dieser Dünger wurde jetzt wissenschaftlich untersucht. In einem vom Bundeslandwirtschaftsministerium über den Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) geförderten Projekt untersuchten Wissenschaftler die Eigenschaften von Gärrückständen sowohl im Labor als auch in Freilandversuchen. Dabei zeigte sich, dass die Gärrückstände bei Weizen und Mais Düngeeffekte erreichen, die denen von mineralischen Stickstoffdüngern nahe kommen.

Biogasanlage
Biogasanlage

Die Ertragswirkung von Gärrückständen lag für Sommerweizen bei einem Mineraldüngeräquivalent (MDÄ) von durchschnittlich 86. Ein MDÄ von 100 entspricht einer identischen Düngewirkung. Mineral-N-Dünger könne bei Sommerweizen also weitgehend durch Gärrückstände substituiert werden. Für die Gärrückstanddüngung von Mais ergab sich ein durchschnittliches MDÄ von 77. Aufgrund des hohen Stickstoffbedarfs dieser Kultur empfehlen die Wissenschaftler hier eine Kombination von Gärrückstand und Mineraldünger. Die gute Ertragswirkung sei u.a. darin begründet, dass die Nährstoffe in löslicher und damit pflanzenverfügbarer Form vorlägen. Stickstoff liege überwiegend in der Ammonium-Form vor. Dadurch steige jedoch auch die Gefahr von Stickstoffverlusten bei der Ausbringung, weshalb Gärrückstände sofort in den Boden eingearbeitet werden sollten.

Beim Einsatz von Gärrückständen mit hohen Ammoniumanteilen wird empfohlen, den anzurechnenden Stickstoffanteil höher als 70 % ansetzen, dabei aber beachten, dass die Ammoniumanteile stark schwanken können. Zudem mineralisiere organisch gebundener Stickstoff mit der Zeit. Dies sollte in den Folgejahren ebenfalls berücksichtigt werden.

Durch Messung der Bodenatmung im Feld konnte gezeigt werden, dass die mikrobielle Aktivität des Bodens durch die Gärrückstanddüngung für ca. 9 bis 10 Wochen erhöht ist. Eine stark erhöhte Bodenatmung in den ersten zwei Tagen nach der Ausbringung zeige, dass die leicht umsetzbare organische Substanz im Gärrückstand rasch durch die Mikroorganismen abgebaut wird, so die Wissenschaftler. Es wurde aber auch festgestellt, dass Regenwürmer einen mit hohen Mengen Gärrückständen gedüngten Boden mieden, gering gedüngte Böden tolerieren sie jedoch oder bevorzugen sie sogar. Die genauen Mengen und die verantwortlichen Inhaltsstoffe konnten im Projekt allerdings noch nicht geklärt werden.

 

Gericht stärkt Biogasanlagen baurechtlich

Berlin, 19.02.2009. Eine Biogasanlage ist auch dann im Außenbereich privilegiert zulässig, wenn der landwirtschaftliche Betrieb, der sie betreibt, überwiegend oder ausschließlich Biomasse erzeugt. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in seinem jüngsten Urteil zum landwirtschaftlichen Baurecht bestätigt.
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