Gärrückstände aus Biogaserzeugung als Dünger
Die Ertragswirkung von Gärrückständen lag für Sommerweizen bei einem Mineraldüngeräquivalent (MDÄ) von durchschnittlich 86. Ein MDÄ von 100 entspricht einer identischen Düngewirkung. Mineral-N-Dünger könne bei Sommerweizen also weitgehend durch Gärrückstände substituiert werden. Für die Gärrückstanddüngung von Mais ergab sich ein durchschnittliches MDÄ von 77. Aufgrund des hohen Stickstoffbedarfs dieser Kultur empfehlen die Wissenschaftler hier eine Kombination von Gärrückstand und Mineraldünger. Die gute Ertragswirkung sei u.a. darin begründet, dass die Nährstoffe in löslicher und damit pflanzenverfügbarer Form vorlägen. Stickstoff liege überwiegend in der Ammonium-Form vor. Dadurch steige jedoch auch die Gefahr von Stickstoffverlusten bei der Ausbringung, weshalb Gärrückstände sofort in den Boden eingearbeitet werden sollten.
Beim Einsatz von Gärrückständen mit hohen Ammoniumanteilen wird empfohlen, den anzurechnenden Stickstoffanteil höher als 70 % ansetzen, dabei aber beachten, dass die Ammoniumanteile stark schwanken können. Zudem mineralisiere organisch gebundener Stickstoff mit der Zeit. Dies sollte in den Folgejahren ebenfalls berücksichtigt werden.
Durch Messung der Bodenatmung im Feld konnte gezeigt werden, dass die mikrobielle Aktivität des Bodens durch die Gärrückstanddüngung für ca. 9 bis 10 Wochen erhöht ist. Eine stark erhöhte Bodenatmung in den ersten zwei Tagen nach der Ausbringung zeige, dass die leicht umsetzbare organische Substanz im Gärrückstand rasch durch die Mikroorganismen abgebaut wird, so die Wissenschaftler. Es wurde aber auch festgestellt, dass Regenwürmer einen mit hohen Mengen Gärrückständen gedüngten Boden mieden, gering gedüngte Böden tolerieren sie jedoch oder bevorzugen sie sogar. Die genauen Mengen und die verantwortlichen Inhaltsstoffe konnten im Projekt allerdings noch nicht geklärt werden.