Bauernverband erwartet durchschnittliche Getreideernte
Sollte die derzeitige Trockenheit länger anhalten, werde – insbesondere auf leichten Böden – weniger Getreide als derzeit prognostiziert geerntet werden können. Der Herbst war in vielen Lagen kühler und nasser als in den vergangenen Jahren. Auch die Aussaat des Sommergetreides bereitete in vielen Regionen Deutschlands Probleme. Die feuchte Witterung und die damit verbundene schlechte Befahrbarkeit der Äcker verzögerten die Bestellung. Das seit April vorherrschende sonnige, warme Wetter führte im Norden und Osten des Landes bereits zu Trockenperioden von bis zu vier Wochen.
Angesichts der schlechten Marktsituation hätten die Landwirte den Anbau der als Braugerste Verwendung findenden Sommergerste um mehr als 70.000 Hektar auf unter 480.000 Hektar zurückgenommen. Das sei ein historischer Tiefststand. Mit der Anbaueinschränkung reagierten die Landwirte auf die äußerst niedrigen Erzeugerpreise für Braugerste, die das mit der Produktion von Braugerste verbundene Risiko in keiner Weise abdecke. Die gesamte Getreideaussaatfläche inklusive Körnermais belaufe sich nach Aussage des Verbandes auf etwa 7 Mio. ha, wobei das Wintergetreide eine Fläche von 5,8 Mio. ha einnehme. Gegenüber dem Vorjahr sei die Anbaufläche zur Ernte 2009 annähernd konstant geblieben. Die Anbaufläche für Winterraps wachse dagegen um über 7 % auf 1,46 Mio. ha. Der Bauernverband schätzt die Winterrapsernte derzeit auf 5,4 Mio. t.