Deutschland Service/Presse Nachrichten aus der Landwirtschaft 2009 Entwurf für Nachhaltigkeitsverordnung vorgelegt

Entwurf für Nachhaltigkeitsverordnung vorgelegt

Berlin, 10.06.2009. Die Europäische Union fordert spätestens ab Dezember 2010 eine Nachhaltigkeitszertifizierung für Biokraftstoffe und flüssige Biomasse. Auf diese Weise sollen importierte und hiesige Biomasse überwacht werden, damit bei ihrer Erzeugung kein Raubbau an den natürlichen Ressourcen erfolgt. Das Bundeskabinett hat jetzt eine entsprechende Nachhaltigkeitsverordnung zur Umsetzung der EU-Richtlinie verabschiedet.

Biomasse-Pflanzen Mais, Sonnenblumen und Amaranth
Biomasse-Pflanzen Mais, Sonnenblumen und Amaranth

Mit dieser Verordnung soll sicher gestellt werden, dass künftig Biomasse, die zur Stromerzeugung eingesetzt wird, nur unter Beachtung verbindlicher Nachhaltigkeitskriterien hergestellt wird. Der Nachhaltigkeitsnachweis ist ab 1. Januar 2010 eine notwendige Voraussetzung für die Zahlung der Grundvergütung und der Boni im Rahmen des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG). Nach Zustimmung des Bundestages werden Zertifizierungssysteme für den Nachweis und die Kontrolle der Nachhaltigkeit der Biomasseproduktion aufgebaut.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) kritisierte die Pläne der Bundesregierung bereits und fordert eine grundsätzliche Überarbeitung der vorgeschlagenen Verordnung. Die Vorschriften seien von der Wirtschaft nicht zum 1. Januar 2010 in die Praxis umsetzbar und gingen deutlich über die Anforderungen der EU-Richtlinie hinaus. Wie der DBV hervorhebt, stehe die deutsche Landwirtschaft für eine nachhaltige Wirtschaftsweise und müsse dies bei staatlichen Kontrollen (Cross Compliance) bereits flächendeckend und bürokratieintensiv nachweisen. Das neue Zertifizierungssystem bedeute einen zusätzlichen bürokratischen Kontroll- und Dokumentationsaufwand ohne Zugewinn an Nachhaltigkeit. Zudem sei bisher nicht absehbar, wie die übrigen Mitgliedstaaten die Richtlinie umsetzten, die die vorgegebenen 18 Monate Fristsetzung für die nationale Umsetzung ausschöpfen werden. Wettbewerbsverzerrungen im Binnenmarkt seien vorprogrammiert. Eine Umsetzung der Verordnungen zur diesjährigen Ernte sei ausgeschlossen. Erfassungshandel und Landwirten sei es nicht zuzumuten, nachträglich Verträge anzupassen, betonte der DBV.

 

Welternährung und Energie als große Herausforderungen

Berlin, 8. Januar 2009. Die Märkte geben gegenwärtig für die mittel- und langfristigen Entwicklungen die falschen Signale. Davon geht der Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), Carl-Albrecht Bartmer, aus und fordert Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf, angesichts der akuten Finanz- und Wirtschaftskrise das Thema Welternährung mit seinen geopolitischen Konsequenzen nicht zu vernachlässigen. Bartmer schätzt die Voraussetzungen für die nächste globale Ernte nach der einzigartigen Jahrhunderternte 2008 als "deutlich schlechter“ ein. Welternährung und Energie bleiben für ihn die größte Herausforderung der Weltgemeinschaft in den nächsten Jahren.
mehr