Durchschnittliche Ernte 2009 erwartet
Das vorherrschende sonnig, warme Wetter im Frühjahr führte im Norden und Osten Deutschlands zu Trockenperioden von bis zu vier Wochen. Bundesweit seien dadurch vereinzelt Schäden, insbesondere beim Roggenanbau in Ostdeutschland, zu verzeichnen. Der Regen in den letzten Wochen habe vor allem in östlichen und nördlichen Regionen für Entspannung bei den Landwirten gesorgt. Allerdings bestehe bei einsetzendem Regen vermehrt die Gefahr, dass gesunde Bestände Pilzkrankheiten zum Opfer fallen. Rückblickend stellte Dr. Kliem fest, dass für die Ackerbauern ein ernüchterndes Jahr zu Ende gehe. Nach den positiven Entwicklungen der beiden Vorjahre gerieten die Agrarmärkte im laufenden Wirtschaftsjahr in den Strudel der internationalen Wirtschaftskrise.
Nach der weltweiten Rekordernte 2008 erfolgte ein regelrechter Preissturz der Getreidepreise, während die Produktionskosten für Dünge- und Pflanzenschutzmitteln exorbitante Höhen erreichten. Die Weltmarktpreise für Getreide wiesen in den letzten Jahren Ausschläge auf, die es in dieser Größenordnung vorher nicht gegeben habe. Neben witterungsbedingten Ernteschwankungen zählten zu den Ursachen auch eine zunehmende Nachfrage durch die wachsende Weltbevölkerung, niedrige Getreidereserven und spekulative Einflüsse. Deshalb seien fundierte Marktkenntnisse und ein gut durchdachtes Risikomanagement für den Landwirt als Unternehmer in Zukunft das A und O, so Dr. Kliem.