Verbraucher reagieren beim Einkauf auf Wirtschaftskrise
Nach den Marktanalysen der neu gegründeten Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) würden in 2009 bisher 1,2 % weniger Fleisch und Wurst gekauft. Vor allem stiegen die Verbraucher auf preiswerteres Fleisch um. Bis Juni 2009 sank der Schweinefleischverkauf um fast 5 %, bei Wurstwaren war es ein Minus von 2 %. Dagegen werde mehr Hackfleisch eingekauft, ein deutliches Zeichen für sparsames Wirtschaften der Verbraucher in einer konjunkturellen Krise, so der Verband. Auch der Konsum von Geflügelfleisch stieg an (+ 4,2 %), bei Putenfleisch wurden fast 8 % mehr verzehrt als im Vorjahreszeitraum.
Trotz abschwächender Weltkonjunktur seien die Agrarexporte in 2008 um 15 % auf einen neuen Rekord von 43 Mrd. Euro gestiegen. Erstmals gebe es einen Ausfuhrüberschuss in Höhe von 1,7 Mrd. Euro. Der DBV rechnet auch für 2009 mit weiter steigenden Exporterlösen bei Lebensmitteln. Den größten Anteil des Umsatzes der Ernährungsindustrie umfassten Fleisch und Wurstwaren mit 22 % vor Milch, Getränken sowie Süß- und Backwaren. Jedes fünfte Schwein in deutschen Ställen werde inzwischen für ausländische Märkte gemästet. Deutschland habe beim Schweinefleischexport mittlerweile die langjährigen Exportweltmeister Niederlande und Dänemark überholt, wenngleich ein Zuwachs von 34 % in 2008 eine Ausnahmeentwicklung gewesen sei, so der DBV. Ursachen waren günstiger Wechselkurs des Euros und Exporterstattungen der EU. Im ersten Quartal 2009 rage besonders der Anstieg von Schweinefleisch nach Polen heraus. Mit 41.000 t Schweinefleisch exportiere Deutschland auf dem polnischen Markt jetzt mehr als der bisherige Spitzenreiter Dänemark. Dagegen erfahre der in den vergangenen Jahren gestiegene Russland-Export einen deutlichen Dämpfer. Mit der Wirtschaftskrise gingen geringe Finanzmittel der russischen Importeure, zu hohe Kosten für Bankkredite und vorgeschobene Veterinärauflagen einher und bremsten den russischen Schweinefleischimport aus Deutschland.