Trendwende am Milchmarkt erwartet
Als Ursache dieser Entwicklung nennt der Verband insbesondere eine verbesserte Absatzsituation am Weltmarkt. Die europäischen Interventionsmaßnahmen bei Butter konnten schon eingestellt werden, gleiches werde für Magermilchpulver erwartet. Auch im internationalen Geschäft konnten höhere Forderungen durchgesetzt werden. "Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Was an anderen Agrarmärkten gilt, erleben wir auch jetzt am Milchmarkt", so der Hauptgeschäftsführer des MIV, Eckhard Heuser. Preisschwankungen würden auch bei Milch zur Tagesordnung gehören. Die Milchmengenregelung spiele derzeit kaum eine Rolle, da in Europa die vorhandenen Milchquoten wie schon in den Vorjahren nicht ausgeschöpft würden.
Aufgrund dieser Perspektiven erwartet der Milchindustrie-Verband trotz vereinzelter Forderungen keine Überraschungen aus Brüssel, wo die EU-Kommission ihren Milchmarktbericht den Mitgliedsstaaten zur Diskussion stellt. Aus Sicht des MIV müsse die EU-Kommission mit den vorhandenen Lagerbeständen gerade jetzt sehr sensibel umgehen, um den positiven Markttrend nicht zu gefährden. Bedingt durch die jeweiligen Kontraktlaufzeiten werde sich die verbesserte Marktlage erst mit zeitlicher Verzögerung und unterschiedlicher Ausprägung auch in höheren Abgabepreisen beim europäischen Lebensmitteleinzelhandel niederschlagen. Je nachdem wie sich dann in den einzelnen Geschäftsfeldern Handel, Export, Weiterverarbeitung nachhaltig Erlösverbesserungen für Milchprodukte ergäben, würden sich auch die Milchpreise für die deutschen Milcherzeuger wieder nach oben entwickeln, so der MIV.