Unbefriedigende Erntebilanz in Niedersachsen
Zwar seien Betriebsmittel im Vergleich zum Vorjahr günstiger geworden, die diesjährige Ernte sei aber noch durch die außergewöhnlich hohen Preise des Vorjahres belastet. Immer mehr Betriebe bekämen Liquiditätsprobleme. „Der Ertrag alleine sagt heute nichts mehr über die Wirtschaftlichkeit aus“, stellte Meyer zu Wehdel fest. Die Preise vieler landwirtschaftlicher Produkte richteten sich nach Angebot und Nachfrage auf dem Weltmarkt und würden von dort vorgegeben.
Der Getreideanbau in Niedersachsen wurde in diesem Jahr um 1,7 % reduziert. Die Gesamternte liegt mit 6,79 Mio. t (ohne Körnermais) nur knapp unter dem Rekordergebnis des Vorjahres. Die Anbaufläche für Raps war um 12 % auf 128.000 ha ausgedehnt worden. Dieses Plus und die sehr hohen Erträge ließen die Erntemenge um 36 % steigen. In der Summe wurden 564.000 t Raps in Niedersachsen gedroschen, das entspricht im Durchschnitt 44,2 dt/ha. Insgesamt wurden in Niedersachsen rund 101.500 ha mit Zuckerrüben bestellt, ein leichtes Plus von 600 ha gegenüber dem Vorjahr. Von der Gesamtfläche gehen erneut gut 7.500 ha in die Bioethanolproduktion. Prognostiziert wird eine Zuckerrübenernte auf Vorjahresniveau. 2008 wurden im Schnitt 63,8 t/ha mit einem Zuckergehalt von 18,1 % geerntet. In diesem Jahr wurden knapp 118.000 ha mit Kartoffeln bestellt, das sind rund 4.000 ha mehr als im Vorjahr. Der Anteil von Industriekartoffeln für die Veredelungs- und Stärkeindustrie wächst und betrug jetzt 86.500 ha (73,5 % der Gesamtfläche). Speisekartoffeln werden auf 27.500 ha angebaut (23,5 %), Frühkartoffeln auf 3.600 ha (3 %). Die Erträge liegen leicht über dem Durchschnitt.