Deutschland Service/Presse Nachrichten aus der Landwirtschaft 2009 Unbefriedigende Erntebilanz in Niedersachsen

Unbefriedigende Erntebilanz in Niedersachsen

Quakenbrück, 29.09.2009. Trotz guter, zum Teil sehr guter Erträge fällt die diesjährige Erntebilanz in Niedersachsen unbefriedigend aus. Das liegt an den niedrigen Preisen, die die Landwirte zwischen Elbe und Ems für ihre Produkte erzielen. „Obwohl Mengen und Qualitäten stimmen, können wir uns nicht freuen“, sagte Arendt Meyer zu Wehdel, Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Rapsernte
Rapsernte

Zwar seien Betriebsmittel im Vergleich zum Vorjahr günstiger geworden, die diesjährige Ernte sei aber noch durch die außergewöhnlich hohen Preise des Vorjahres belastet. Immer mehr Betriebe bekämen Liquiditätsprobleme. „Der Ertrag alleine sagt heute nichts mehr über die Wirtschaftlichkeit aus“, stellte Meyer zu Wehdel fest. Die Preise vieler landwirtschaftlicher Produkte richteten sich nach Angebot und Nachfrage auf dem Weltmarkt und würden von dort vorgegeben.

Der Getreideanbau in Niedersachsen wurde in diesem Jahr um 1,7 % reduziert. Die Gesamternte liegt mit 6,79 Mio. t (ohne Körnermais) nur knapp unter dem Rekordergebnis des Vorjahres. Die Anbaufläche für Raps war um 12 % auf 128.000 ha ausgedehnt worden. Dieses Plus und die sehr hohen Erträge ließen die Erntemenge um 36 % steigen. In der Summe wurden 564.000 t Raps in Niedersachsen gedroschen, das entspricht im Durchschnitt 44,2 dt/ha. Insgesamt wurden in Niedersachsen rund 101.500 ha mit Zuckerrüben bestellt, ein leichtes Plus von 600 ha gegenüber dem Vorjahr. Von der Gesamtfläche gehen erneut gut 7.500 ha in die Bioethanolproduktion. Prognostiziert wird eine Zuckerrübenernte auf Vorjahresniveau. 2008 wurden im Schnitt 63,8 t/ha mit einem Zuckergehalt von 18,1 % geerntet. In diesem Jahr wurden knapp 118.000 ha mit Kartoffeln bestellt, das sind rund 4.000 ha mehr als im Vorjahr. Der Anteil von Industriekartoffeln für die Veredelungs- und Stärkeindustrie wächst und betrug jetzt 86.500 ha (73,5 % der Gesamtfläche). Speisekartoffeln werden auf 27.500 ha angebaut (23,5 %), Frühkartoffeln auf 3.600 ha (3 %). Die Erträge liegen leicht über dem Durchschnitt.

 

Wirtschaftliche Stimmung der Landwirtschaft weiter getrübt

Berlin, 21.07.2009. Das wirtschaftliche Klima in der Landwirtschaft ist nach wie vor schlecht. Dies geht aus dem jüngsten Konjunkturbarometer Agrar des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hervor. Das Barometer umfasst die Einschätzungen der Bauern über die aktuelle und die zukünftige wirtschaftliche Situation in zwei bis drei Jahren. Es bildet nach Meinung des DBV die wirtschaftliche Stimmungslage in der Landwirtschaft ab. Die aktuelle wirtschaftliche Lage wird demnach deutlich schlechter eingeschätzt als noch im Frühjahr, dagegen hätten sich die Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung in den nächsten zwei bis drei Jahren verbessert.
mehr