Finanz- und Wirtschaftskrise trifft Landwirtschaft
Nach Angaben des Bauernverbandes sank der Erzeugerpreis für Brotweizen um 27 % gegenüber dem Vorjahr, Brotroggen sei um 34 % billiger, Braugerste sogar um 38 %. Die Bauern hätten im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2008/09 erheblich an Betriebsmitteln eingespart. Kein Milchbauer erziele Kosten deckende Erzeugerpreise. Zwar zeichne sich auf dem Milchmarkt ab, dass zum Jahresende aufgrund von Marktanpassungen durch die Landwirte und eine vorsichtig anziehende Konjunktur sich die Preise verbessern würden. Kienle gab aber zu bedenken, dass die Erzeugerpreise längst noch nicht das Niveau erreicht hätten, das viele Betriebe zur Kosten deckenden Produktion benötigten. Umso wichtiger sei, dass die Molkereien positive Marktsignale in ihren anstehenden Listungsgesprächen mit dem Lebensmittelhandel nutzten.
Um Konkurse bei den landwirtschaftlichen Betrieben zu verhindern, sei ein Liquiditätsprogramm mit einer ganzen Reihe von Maßnahmen durchgesetzt worden, so der DBV weiter. Die Liquiditätshilfedarlehen der Landwirtschaftlichen Rentenbank würden in einigen Regionen – vor allem in Bayern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen – sehr stark nachgefragt. 10.000 Betriebe hätten das Angebot bereits genutzt. Notwendig sei aber auch eine Bürgschaftsvariante für dieses Hilfsdarlehen, die mit erheblicher zeitlicher Verzögerung jetzt endlich kommen werde, so Kienle. Die Liquidität der Betriebe werde auch durch das erreichte Vorziehen der EU-Direktzahlungen um einen Monat verbessert. Durch die Veränderungen beim Agrardieselsteuersatz würden zusätzliche Steuererstattungen für 2009 in geschätzter Höhe von 280 Mio. Euro möglich, die bereits zum großen Teil die landwirtschaftlichen Betriebe erreicht hätten. Auch die Entlastung bei den Krankenversicherungsbeiträgen aus dem Konjunkturpaket II käme bei den Landwirten direkt an, stellte Kienle fest.