Deutschland Service/Presse Nachrichten aus der Landwirtschaft 2009 Finanz- und Wirtschaftskrise trifft Landwirtschaft

Finanz- und Wirtschaftskrise trifft Landwirtschaft

Berlin, 22.10.2009. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat die deutsche Landwirtschaft mit zeitlicher Verzögerung voll erwischt. Eine zurückgehende Nachfrage, eingebrochene Exporte, der starke Euro und damit die Verteuerung deutscher Lebensmittel in den Exportmärkten haben zu gewaltigen Störungen in den Agrarmärkten geführt. Die Erzeugerpreise sind vielfach abgestürzt: Darauf verweist der stellvertretende Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Adalbert Kienle.

Nach Angaben des Bauernverbandes sank der Erzeugerpreis für Brotweizen um 27 % gegenüber dem Vorjahr, Brotroggen sei um 34 % billiger, Braugerste sogar um 38 %. Die Bauern hätten im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2008/09 erheblich an Betriebsmitteln eingespart. Kein Milchbauer erziele Kosten deckende Erzeugerpreise. Zwar zeichne sich auf dem Milchmarkt ab, dass zum Jahresende aufgrund von Marktanpassungen durch die Landwirte und eine vorsichtig anziehende Konjunktur sich die Preise verbessern würden. Kienle gab aber zu bedenken, dass die Erzeugerpreise längst noch nicht das Niveau erreicht hätten, das viele Betriebe zur Kosten deckenden Produktion benötigten. Umso wichtiger sei, dass die Molkereien positive Marktsignale in ihren anstehenden Listungsgesprächen mit dem Lebensmittelhandel nutzten.

Um Konkurse bei den landwirtschaftlichen Betrieben zu verhindern, sei ein Liquiditätsprogramm mit einer ganzen Reihe von Maßnahmen durchgesetzt worden, so der DBV weiter. Die Liquiditätshilfedarlehen der Landwirtschaftlichen Rentenbank würden in einigen Regionen – vor allem in Bayern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen – sehr stark nachgefragt. 10.000 Betriebe hätten das Angebot bereits genutzt. Notwendig sei aber auch eine Bürgschaftsvariante für dieses Hilfsdarlehen, die mit erheblicher zeitlicher Verzögerung jetzt endlich kommen werde, so Kienle. Die Liquidität der Betriebe werde auch durch das erreichte Vorziehen der EU-Direktzahlungen um einen Monat verbessert. Durch die Veränderungen beim Agrardieselsteuersatz würden zusätzliche Steuererstattungen für 2009 in geschätzter Höhe von 280 Mio. Euro möglich, die bereits zum großen Teil die landwirtschaftlichen Betriebe erreicht hätten. Auch die Entlastung bei den Krankenversicherungsbeiträgen aus dem Konjunkturpaket II käme bei den Landwirten direkt an, stellte Kienle fest.

 

Wirtschaftliche Stimmung der Landwirtschaft weiter getrübt

Berlin, 21.07.2009. Das wirtschaftliche Klima in der Landwirtschaft ist nach wie vor schlecht. Dies geht aus dem jüngsten Konjunkturbarometer Agrar des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hervor. Das Barometer umfasst die Einschätzungen der Bauern über die aktuelle und die zukünftige wirtschaftliche Situation in zwei bis drei Jahren. Es bildet nach Meinung des DBV die wirtschaftliche Stimmungslage in der Landwirtschaft ab. Die aktuelle wirtschaftliche Lage wird demnach deutlich schlechter eingeschätzt als noch im Frühjahr, dagegen hätten sich die Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung in den nächsten zwei bis drei Jahren verbessert.
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