Deutschland Service/Presse Nachrichten aus der Landwirtschaft 2009 EU-Kommission kritisiert Lebensmittelhandel

EU-Kommission kritisiert Lebensmittelhandel

Brüssel/Berlin, 29. Oktober 2009. Die EU-Kommission kritisiert die Lebensmittelpreise in den europäischen Supermärkten. Der Lebensmittelhandel habe die seit März 2008 fallenden Preise für Agrarrohstoffe nicht an den Verbraucher weitergegeben, so die Kritik. Wenn die Wirtschaftskrise vorbei sei und die Preise von Agrarprodukten wieder anzögen, könnte der Einzelhandel Nahrungsmittel noch teuer verkaufen.

Flagge Europäische Union
Flagge Europäische Union

Dabei habe der Handel zuvor nicht für eine Preissenkung gesorgt. Die EU-Kommission will deshalb für mehr Preistransparenz sorgen und Erzeuger- und Verbraucherpreise aus allen EU-Mitgliedstaaten gegenüberstellen und veröffentlichen. Zudem sollen Erzeugergemeinschaften und Vertragsbeziehungen ausgebaut werden, um die Position der Landwirtschaft gegenüber dem Handel zu verbessern.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat die Ankündigung bereits begrüßt. Es sei zum Vorteil der Verbraucher und der Bauern, wenn erkannt werde, welche Margen in der Wertschöpfungskette für Lebensmittel verdient werden. Der DBV wies aber gleichzeitig darauf hin, dass in Deutschland anders als in vielen anderen EU-Ländern für viele Schlüsselprodukte wie H-Milch oder Butter die Veränderung der Preise für den Rohstoff unmittelbar an den Verbraucher weitergegeben werde. Dabei seien oft die Landwirte die Leidtragenden. Der DBV begrüßt zudem die Initiative der Kommission, die Spekulation auf den Agrarmärkten stärker zu beaufsichtigen. Dies würde auch den deutschen Landwirten mehr Planungssicherheit verschaffen. Die Pläne der EU-Kommission, Möglichkeiten zu prüfen, die die Verhandlungsposition der Landwirte stärkten und so mehr Wettbewerbsfähigkeit sicherten, findet die Zustimmung des DBV. Hierzu sollten beispielsweise die Anwendungsmöglichkeiten des Marktstrukturgesetzes für Erzeugergemeinschaften überprüft werden.

 

Frische Nahrungsmittel immer billiger

Bonn, 09.09.2009. Im August dieses Jahres sparten die Verbraucher beim Einkauf frischer Nahrungsmittel. Die Preise lagen 8,7 % unter dem Vorjahresniveau. Besonders günstig wurden Milchprodukte, Obst, Gemüse und Kartoffeln angeboten. Nur Wurst und Eier waren teurer als vor einem Jahr. Das berichtet die Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft (AMI).
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