EU-Kommission kritisiert Lebensmittelhandel
Dabei habe der Handel zuvor nicht für eine Preissenkung gesorgt. Die EU-Kommission will deshalb für mehr Preistransparenz sorgen und Erzeuger- und Verbraucherpreise aus allen EU-Mitgliedstaaten gegenüberstellen und veröffentlichen. Zudem sollen Erzeugergemeinschaften und Vertragsbeziehungen ausgebaut werden, um die Position der Landwirtschaft gegenüber dem Handel zu verbessern.
Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat die Ankündigung bereits begrüßt. Es sei zum Vorteil der Verbraucher und der Bauern, wenn erkannt werde, welche Margen in der Wertschöpfungskette für Lebensmittel verdient werden. Der DBV wies aber gleichzeitig darauf hin, dass in Deutschland anders als in vielen anderen EU-Ländern für viele Schlüsselprodukte wie H-Milch oder Butter die Veränderung der Preise für den Rohstoff unmittelbar an den Verbraucher weitergegeben werde. Dabei seien oft die Landwirte die Leidtragenden. Der DBV begrüßt zudem die Initiative der Kommission, die Spekulation auf den Agrarmärkten stärker zu beaufsichtigen. Dies würde auch den deutschen Landwirten mehr Planungssicherheit verschaffen. Die Pläne der EU-Kommission, Möglichkeiten zu prüfen, die die Verhandlungsposition der Landwirte stärkten und so mehr Wettbewerbsfähigkeit sicherten, findet die Zustimmung des DBV. Hierzu sollten beispielsweise die Anwendungsmöglichkeiten des Marktstrukturgesetzes für Erzeugergemeinschaften überprüft werden.