Rasche und unbürokratische Hilfe gefordert
Die Auferlegung eines zweijährigen Grünlandmilchprogramms in Höhe von insgesamt 500 Mio. Euro sei angesichts knapper Kassen keine Selbstverständlichkeit gewesen, zeigte sich Folgart zufrieden. Es sei zwar richtig, dass diese Mittel nicht die Verluste durch den Verfall der Milchpreise ausgleichen könne. Genauso richtig sei aber, dass in der Not jede Hilfe zähle. Folgart wandte sich mit dem eindringlichen Appell an Staatssekretär Lindemann, bei der Umsetzung des Programms alle Milcherzeuger gleichermaßen zu unterstützen. Um den nötigen Impuls auf die Betriebe zu geben, müsse das Geld rasch und unbürokratisch den Betrieben zur Verfügung stehen.
Grundsätzlich beurteilte Folgart die Aussichten am Markt als vorsichtig positiv. Es sei zu beobachten, dass die Milchbauern langsam aus dem Preistief wieder heraus kämen. Global sei wieder eine verbesserte Nachfrage und höhere Kaufbereitschaft zu erkennen. Die Weltmarktpreise für Milchprodukte seien im Verlauf der letzten Monate teils kräftig gestiegen. Auch Deutschland profitiere von diesem Trend. Die Listungsgespräche für Trinkmilch und Butter seien insgesamt gut gelaufen, berichtete Folgart. Er wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass in der Milchkrise auch die Intervention dazu beigetragen habe, die Milchpreise vor einem noch größeren Absturz zu schützen. Andernfalls wäre die Situation der Betriebe noch dramatischer geworden. Nun gelte es, dass die Milch zum richtigen Augenblick wieder auf den Markt komme. Bislang reguliere die EU den Milchmarkt noch, aber deutlich schwächer als vor ein paar Jahren. Langfristig werde sie sich als „Marktpartner“ aber ganz zurückziehen. Die Verantwortung für Märkte und Preise werden dann voll und ganz auf die Molkereien und die Milcherzeuger übergehen. Er forderte in diesem Zusammenhang die Molkereien zu stärkerer Zusammenarbeit und Bündelung auf.