Deutschland Service/Presse Nachrichten aus der Landwirtschaft 2009 Kein erhöhtes Mutagenitätsrisiko von Biokraftstoff-Emissionen

Kein erhöhtes Mutagenitätsrisiko von Biokraftstoff-Emissionen

Berlin, 26.11.09. Bei Biokraftstoffen gibt es kein erhöhtes Risiko von Erbgutveränderungen gegenüber fossilem Diesel- und Ottokraftstoff. Das berichtet die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) unter Hinweis auf ein Projekt der Technischen Universitäten Graz, Wien und München sowie des Biomass Logistics Technology Francisco Josephinum in Österreich. Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) hatte vor zwei Jahren eine entsprechende Projektstudie in Auftrag gegeben, angesichts der heftigen Diskussion um das Mutagenitätsrisiko von Biokraftstoff-Emissionen.

Keine erhöhte Mutagenität durch Bio-Kraftstoffe
Keine erhöhte Mutagenität durch Bio-Kraftstoffe

Die ermittelten Resultate zur Mutagenität liegen laut FNR alle nahe der Nachweisgrenze und seien dabei je nach eingesetztem Motor, Testverfahren und Kraftstoff uneinheitlich. Insgesamt deuteten sie sowohl für die Bio- als auch für die fossilen Referenzkraftstoffe auf keine bis eine geringe Mutagenität hin.

Die Abgasproben, die mit Hilfe eines international anerkannten Tests zur Einschätzung des Mutagenitätsrisikos untersucht worden seien, zeigten keinen deutlichen Unterschied zwischen den Bio- und den Referenzkraftstoffen. Zudem fielen sie je nach Kombination aus Motortyp, Kraftstoff und Messzyklus uneinheitlich aus. Sie lagen für alle Kraftstoffproben insgesamt nahe der Nachweisgrenze.

Damit konnte nach Meinung der FNR der Befund einer weit über der Nachweisgrenze liegenden und bis zu 30-fach erhöhten Mutagenität von Rapsölkraftstoff nicht bestätigt werden, der 2006 als Resultat eines Forschungsprojektes des Johann Heinrich von Thünen-Instituts, der Universität Bochum und der Hochschule Coburg erhoben und von den Medien aufgegriffen worden war. In dem damaligen Vorhaben hatten Forscher die Emissionen eines Euro3-LKW-Motors mit Rapsöl als Kraftstoff untersucht und reproduziert. BMELV strebt durch weitere Untersuchungen die Klärung der Ursachen der unterschiedlichen Ergebnisse an und unterstützt damit die Erforschung technologischer Lösungsmöglichkeiten, so die Fachagentur.

 

Vermarktung von Reinkraftstoff anstoßen

Hannover, 10.11.2009. Anlässlich der Agritechnica begrüßte der Vorsitzende der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP), Dr. Klaus Kliem, die Koalitionsvereinbarungen zur Korrektur der Steuerbegünstigung durch die neue Bundesregierung und forderte die Senkung des Steuersatzes auf Biodiesel und Pflanzenöl auf 10 Cent je Liter. Biodiesel und Pflanzenöl sollten steuerrechtlich besser gestellt werden, damit die Reinkraftstoffvermarktung als einziger Vermarktungsweg für kleine und mittlere Anlagen wieder anspringe.
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