Deutlicher Einkommensrückgang bei europäischen Landwirten
Der Preisrückgang wurde durch rückläufige Kosten für Betriebsmittel etwas abgedämpft. Für Dünge- und Futtermittel mussten Landwirte 14 % weniger als im Vorjahr ausgeben. Insbesondere die Einkommen der Landwirte in Ungarn, Italien, Luxemburg und Tschechien gingen um ein Viertel zurück. Für Deutschland weist Eurostat einen Rückgang des Einkommens je Arbeitskraft von 21 % gegenüber dem Vorjahr aus, für Österreich sind es 20,4 %. Dagegen stieg das durchschnittliche Einkommen der britischen Landwirte um 14,3 %.
„Die Situation ist schlicht inakzeptabel. Landwirte überall in der EU haben dieses Jahr in allen Landwirtschaftsbereichen eine schwere Krise durchlebt. Sie befinden sich in der Zwickmühle zwischen niedrigsten Erzeugerpreisen und hohen Produktionskosten“, erklärte der Präsident des europäischen Bauernverbandes COPA, Padraig Walshe. Das Einkommen der Landwirte betrage durchschnittlich weniger als 50% des Durchschnittseinkommens in der EU und die extreme Preisvolatilität auf den Märkten stelle die Landwirte vor große Probleme. Zusätzlich seien sie zunehmend größeren Wetterschwankungen wie Dürren und Überschwemmungen ausgesetzt. Der Markt funktioniere nicht richtig. Folglich müsse die EU-Kommission alle ihr zur Verfügung stehenden Instrumente nutzen, um den Markt angemessen zu verwalten. Die Position der Landwirte in der Lebensmittelkette müsse zudem gestärkt werden, was durch eine Konzentration des Angebots in den Genossenschaften und Erzeugerorganisationen erreicht werden könne, so der COPA-Präsident.